Montag, 29. Oktober 2012

Grusel-Essen zu Halloween: Schrumpfköpfe

Halloween ist für mich ein bisschen wie Fastnacht im Herbst. Und da ich in einer der absoluten Fastnachtshochburgen liebe, koche und lebe, ist es fast schon ein Naturgesetz, dass ich zu diesen Gelegenheiten Neues ausprobiere.
Den Tip mit den Äpfeln habe ich von der Seite kochbar.de und habe gestern den Versuch gestartet, aus ganz normalen Äpfeln "Schrumpfköpfe" zu gestalten.
Da ich nicht wusste, wie lange die Äpfel brauchen, habe ich schon heute leckere Gruseleien:

Man nehme...
Basisäpfel nach dem Trocknen


2 Äpfel
Saft 1/2 Zitrone
2 Prisen Salz
eine Heizung ;)

Die Idee ist ebenso simpel wie genial:
Die Äpfel werden an der Ober- und Unterseite abgeschnitten, so dass glatte Flächen entstehen. Mit einem Entkerner das Kerngehäuse entfernen - idealerweise zumindest. Ich habe es mangels Entkerner mit einem Obstmesser gemacht, geht auch und da man am Ende vor allem auf die Seiten der Äpfel schaut, muss das Entkernte auch keinen Schönheitspreis gewinnen.
Äpfel dann schälen, eventuelle Schadstellen flach herausschneiden.
Und nun kommt der schönste Teil: In die Seiten der Äpfel wird nun ein Gesicht geritzt - je böser es schaut, desto gruseliger ist es!!!
Es reicht übrigens tatsächlich, wenn man die Äpfel einritzt - man muss keine "Brocken" herausschneiden. Ich habe es an den Augen trotzdem getan, um etwas "Nettes" darin platzieren zu können.. ;)
Dann die fertigen Äpfel in einer Mischung aus Zitronensaft und Salz wälzen, so, dass alle Seiten bedeckt sind. Dies verhindert das Braunwerden.
Äpfel auf etwas Pappe und Küchenrolle auf die Heizung stellen (je nach Heizung reicht auch Küchenrolle - stellt man die Äpfel aber auf eine geriffelte Heizung, bekommen sie unschöne Druckstellen - daher der Tip mit der Pappe).
Meine Äpfel standen insgesamt 26 Stunden auf der Heizung, die nachts aus war und sind bereits seit ein paar Stunden fertig geschrumpelt. Es reicht auch, wenn man sie über Nacht und noch einen halben Tag stehen lässt - beispielsweise, wenn man sie morgen vorbereiten will. ;)

Mein Liebling: mit Granatapflekernen und -saft <3
Tip: Beim Verzieren sind natürlich keine Grenzen gesetzt: ich habe beispielsweise ein Auge ganz ausgeschnitten und eine Rosine hineingesteckt - spoooooky. Den anderen Burschen habe ich mit Granatapfelkernen bestückt und ihm etwas Granatapfelsaft aus dem Mund laufen lassen - richtig eklig.. Probiert es aus - ich freue mich jetzt schon, wenn mein Uni-Pausen-Apfel am Mittwoch so schick aussieht!!!
Yammie - mit Rosinenäugchen (eher süß als gruselig)

Singelicious

Freitag, 26. Oktober 2012

Veganes Kochen an der Uni

Hui, gestern Abend gab es eine wundervolle Veranstaltung: Eine Freundin, die in einer Hochschulgruppe aktiv ist, hatte mir von einem veganen Kochabend erzählt und gefragt, ob ich Lust hätte, mitzumachen. Klar, das konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen!
Ich kam um kurz nach sechs in dem Haus an und habe zusammen mit anderen zunächst unheimlich viele Kartoffeln geschält und Gemüse geschnibbelt. Insgesamt waren wir 30 Leute, wobei ca. die Hälfte auch "einfach so" gekommen waren, ohne direkt an der Organisation beteiligt gewesen zu sein. Super Schnitt, wie ich finde!
Super viele neue Eindrücke. Neben dem Essen fand ich vor allem die Begegnung mit ganz neuen Gesichertn schön, wobei dazu gesagt werden sollte, dass auch viele omnivore Esser dabei waren. Aber das finde ich umso toller: sich als Nicht-Veganer an einem veganen Kochabend zu beteiligen und dadurch vielleicht neue Denkanstöße zu bekommen.
Das Essen, was es gab war wirklich lecker!
Als Vorspeise gab es so um 19.00 eine Ingwer-Kürbissuppe, die mit Kartoffeln schön sämig wurde.
Hauptspeise war ein leckeres Kokoscurry, das mit Kartoffeln, roten Linsen und Möhren angesetzt wurde. Das war sehr lecker und ich koche es bestimmt auch mal in kleinerer Menge für mich nach. :)
Gigantischer Abschluss waren natürlich die veganen Brownies, die aus Ermangelung eines Backofens von einer fleißigen Helferin vorbereitet worden waren. Sie hat sie, glaube ich, ohne Ei-Ersatz gebacken und ich muss sie Montag direkt nach dem Rezept fragen - wundervoll schokoladig, klebrig und ganz und gar köstlich.
Der Unkostenbeitrag für das Essen waren 2 (!!!) € pro Person - unschlagbarer Preis (vor allem, da mit Bioprodukten gekocht wurde) für einen durchweg gelungenen Abend, neue Bekanntschaften, Eindrücke und Rezeptanregungen!


Vorspeise: Kürbissuppe

Koriander für das Kokoscurry

Hauptspeise: Kokoscurry mit Kartoffeln, Linsen und Möhren

Nachtisch: Unheimlich leckere Schokoladenbrownies - ein TRAUM!!

Pikachu oder Eule?
 Fazit: Der Abend war ein absolutes Highlight und ich werde Augen und Ohren offen halten, um bei einer ähnlichen Aktion wieder dabei zu sein.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Vegan Wednesday #3

Mein erster Vegan Wednesday, an dem ich nicht komplett zu Hause gespeist habe. Ich hatte ja Uni, daher musste ich ein paar Sachen vorbereiten und mitnehmen. Aber der Reihe nach.
Zum Frühstück gab es Müsli mit frischem Obst, Datteln, gerösteten Kokosflocken und Spekulatiuskrümeln. Das schmeckt schon nach Weihnachten und da man sich nicht genug auf das Fest der Feste freuen kann, hat es mir den Tag sehr versüßt.

Um etwas Abwechslung in meinen Speiseplan zu bringen, habe ich mir letzte Woche das Wunderkorn Quiona angeschafft und daraus einen ganz und gar leckeren Quionasalat gemacht.


Quionasalat mit Zucchini, Frühlingszwiebeln und Paprika - hmmmmmmmmm
Zusätzlich gab es noch 2 Scheiben Brot mit Meerrettich-Rote-Bete-Streich von Alnatura. Mein Lieblingsaufstrich momentan! Dazu einen Apfel (einen zweiten habe ich mir noch in der Uni geholt, aber er sah genauso aus wie dieser - daher kein Extrafoto ;) ).



Nachmittags gab es wirklich unheimlich leckere Nusspralinen als Snack. Sehr lecker und machen zumindest ein bisschen satt. Eigentlich war als Abendessen eine Blumenkohlsuppe geplant, aber auf eine spontane Einladung hin wurden es dann doch 4 große Radler und 5 Ouzo. Das Elend wollte ich dann nicht weiter dokumentieren, es war ziemlich lustig und der Heimweg auf dem Rad hat auch ganz gut geklappt. Ich bin nur einmal umgefallen ;)


Das erste Mal... Quinoasalat

Da ich den Vegan Wednesday gestern erstmals teilweise außer Haus verbracht habe, musste ich mir natürlich etwas leckeres vorbereiten. Auf Mensaessen steh ich einfach nicht und ein Blick auf den Speiseplan (XXL-Schnitzel, Rindergulasch, Nackensteak und Scholle) bestätigte mich. Damit ich nicht nur Beilagen essen muss, habe ich also das erste Mal etwas mit Quinoa gekocht. Heraus kam ein leckerer Salat, den ich mir auch gut als Beilage z.B. zu Bratlingen oder auf einem Buffet vorstellen kann.

Man nehme...
80 g Quinoa
1 Frühlingszwiebel
1 kleine Zucchini
1/2 Paprikaschote
1 TL Tomatenmark
2 TL Olivenöl
Saft 1/2 Zitrone
1/2 TL Thymian
Salz, Pfeffer

Die Quinoa (laut Duden tatsächlich nicht das oder der Quinoa) nach Anleitung zubereiten. Ich habe für 80 g Quinoa knapp 200 ml Wasser aufgekocht und die Quinoa ca. 15 Minuten darin köcheln lassen. Dann von der Platte nehmen, 5 Minuten quellen und dann erkalten lassen.
In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und in etwas Olivenöl anbraten. Die gewürfelte Zucchini ebenfalls mitbraten, bis sie leicht Farbe annimmt. Dann Tomatenmark und Thymian hinzugeben und mit dem Saft einer halben Zitrone ablöschen.
Die Paprika in sehr kleine Würfel schneiden und zusammen mit dem angebratenen Gemüse unter die Quinoa mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Variante: Man kann natürlich bei dem Gemüse variieren, wobei man darauf achten sollte, dass man z.B. keine frischen Tomaten unterrührt. Diese machen den Salat sonst sehr matschig und der Clou ist ja gerade, dass man ihn gut vorbereiten und am nächsten Tag essen kann.

Zusammen is(s)t man weniger allein

Dienstag, 23. Oktober 2012

Pilzgemüse

Ein schnelles Mittagessen vor der Uni. Noch einige Champignons vom Wochenende übrig. Was tun? An ein Familienrezept erinnern, das es häufig zum Brunch gibt. Etwas abwandeln, fertig ist die warme Beilage zu fast allem:

Man nehme...
150 g Champignons
1 Frühlingszwiebel
1 TL Öl
2 TL Balsamicoessig
1 TL Agavendicksaft
2 Stängel Petersilie
Salz, Pfeffer

Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und im Öl kurz anbraten. Die grob gewürfelten Champignons dazugeben und so lange braten, bis sie schön braun sind. Dann mit dem Balsamico ablöschen und den Agavendicksaft zugeben. Alles leicht karamellisieren lassen und erst am Ende die gehackte Petersilie unterrühren. Abschmecken und fertig ist eine leckere Beilage zu Salat oder ein Bestandteil eines Brunchs.

Singlelicious

Sonntag, 21. Oktober 2012

Ein bisschen Aufklärung in Sachen Ernährung......

Ein neuer Film, ein altes Thema.
Gabel statt Skalpell macht gerade die Runde. Der Film zeigt den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf. Viele Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck werden durch Fehlernährung gefördert, teilweise sogar bedingt. Doch auch dem omnipräsenten Thema des angeblich gesunden Milchkonsmus widmet sich der Film und zeigt die Problematik von Kuhmilch und Milchprodukten auf.
Der renommierte Biochemiker Prof. Dr. T. Colin Campbell leitete in den 1970 und 1980er Jahren die sogenannte China Study, die vermutlich umfassendste Studie, in der ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Verzehr von tierischen Produkten und dem Auftreten von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Rheuma beim Menschen nachgewiesen werden konnte. In Gabel statt Skalpell werden u.a. Patienten begleitet, deren Gesundheitszustand sich auf beeindruckende Weise verbessert hat, nachdem sie ihren Speiseplan auf eine rein pflanzliche Ernährung umgestellt haben. 

Andere Filme, die sich mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen und die ich an dieser Stelle wirklich empfehlen möchte, sind zum einen die Dokmentation We feed the world, die sich mit den Auswirkungen des Konsumverhaltens der westlichen Länder beschäftigt.
Tag für Tag wird in Wien genau so viel Brot vernichtet wie Graz verbraucht. Auf rund 350.000 Hektar vor allem in Lateinamerika werden Sojabohnen für die österreichische Viehwirtschaft angebaut, daneben hungert ein Viertel der einheimischen Bevölkerung.

Zum anderen liefert die Dokumentation Food Inc. - Was essen wir wirklich? sehr interessante Informationen vornehmlich über die Lebensmittelproduktion in den USA, die durch die Globalisierung der Weltmärkte aber auch in unserer Gesellschaft eine Rolle spielt. Neben der Problematik von Großmastbetrieben wird auch auf die Gesundheitsgefährdung durch Fleischkonsum eingegangen. Besonders nahe ging mir der Fall des dreijährigen Kevins, der aufgrund verunreinigten Rindfleisches in seinem Burger nach 12 Tagen gestorben ist.

Alle diese Filme liefern nützliche und interssante Informationen, die vielen Veggies und Veganern bereits bekannt sein dürften. Da sie sich aber nicht vornehmlich mit dem tierrechtlichen Aspekt des Fleischkonsums beschäftigen, sondern ihren Schwerpunkt auf andere Problemfelder (vor allem Gesundheit, aber auch Umwelt, soziale Ungerechtigkeit) setzen, und vor allem über die Problematik des Fleischkonsums hinausgehen (ich fand die Informationen über den genmanipulierten Mais, der sich in einem Großteil der industriellen Fertigprodukte findet, ziemlich erschütternd), bieten sie neue Ansatzpunkte und facettenreiche Denkanstöße über unser eigenes Konsum- und Ernährungsverhalten.

Ich möchte mit den Worten von Terry Mason, dem Gesundheitsbeauftragten der Stadt Chicago, schließen, der als einer der wenigen amerikanischen Regierungsvertreter für eine vegane Ernährung eintritt (Gabel statt Skalpell): "Alles, was laufen, schwimmen, fliegen oder kriechen kann, Augen hat und Eltern, nicht essen!"


Brokkolisuppe

Da ich gestern dem Brokkoli mal wieder nicht widerstehen konnte (für mich ist Brokkoli im Herbst, was anderen der Kürbis ist ;) ), gab es heute meine absolute Lieblingssuppe: Lecker, leicht und das beste ist: sie kommt ohne (Soja-)Sahne oder ähnliches aus.

Man nehme...
500 g Brokkoli
2 kleine Kartoffeln
750 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer und Muskat

Die Brokkoliröschen abschneiden und ein bisschen "entrinden". Das holzige Ende vom Stiel abschneiden und den Stiel schälen. Stiel in grobe Stücke schneiden und mit den ebenfalls grob gewürfelten Kartoffeln ca. 5 Minuten in der Gemüsebrühe vorkochen. Dann die Röschen dazu und alles 10 Minuten kochen lassen.
Wenn die Röschen gar sind, einige rausholen (sie dienen später als Einlage) und den Rest pürieren.
Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Röschen wieder rein in die Suppe und servieren.

Dies ist ein herrlich leichtes Gericht, das man natürlich mit Sojasahne abschmecken könnte - ich liebe aber den Brokkoligeschmack und kann jeden nur bestärken, Gemüsesuppe mit ein oder zwei Kartoffeln als Bindung zu kochen und ansonsten auf Zutaten zu verzichten: So schmeckt die Suppe einfach besonders lecker und liegt auch abends nicht zu schwer im Magen.

Tip: Wenn ich Gemüse vorkochen, z.B. um es als Beilage zu verwenden, benutze ich immer recht wenig Wasser. Den Sud geieße ich dann nicht ab, sondern schütte ihn in kleine Einmachgläser. Dieser kann dann bspw. die Gemüsebrühe ersetzen und dient als Basis für Suppen oder auch Saucen aller Art. Kein Gemüsefond im klassischen Sinne also, sondern eher ein Nebenprodukt, was man gut verwerten kann.

Zusammen is(s)t man weniger allein

Freitag, 19. Oktober 2012

Tomatensauce á la Mr. Call

Mein Papa macht schon seit ich denken kann die leckerste Tomatensauce der Welt. Zwar fehlen frische Tomaten, doch durch die Dosenvariante ist sie unheimlich aromatisch und ganz und gar köstlich - und zu jeder Jahreszeit ohne schlechtes Gewissen (Tomaten haben halt nicht rund ums Jahr Saison) genießbar.

Man nehme...

2 Zehen Knoblauch
1 Zwiebel
2 Dosen gehackte Tomaten (insgesamt 800g)
1 Dose Pizzasauce pikant (alternativ: 1 Pack passierte Tomaten)
2 EL italienische Kräuter (ich bevorzuge die Mischung der Firma Fuchs)
1 - 2 Lorbeerblätter
Olivenöl
Pfeffer, Salz

Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in Olivenöl glasig braten. Den ebenfalls fein gewürfelten Knoblauch dazugeben und kurz mitbraten. Wenn die Zwiebel langsam Farbe annimmt, mit den gehackten Tomaten und der Pizzasauce ablöschen. Kräuter und Lorbeerblatt hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Am besten schmeckt die Sauce, wenn man sie mindestens 1, besser 1 1/2 Stunden köcheln lässt. Sie kocht dadurch ein und wird eher wie ein Sugo und nicht so flüssig, wie Tomatensauce häufig ist.
Lorbeerblatt rausfischen (oder drinlassen - wer es findet, gewinnt den Essenswunsch für den nächsten Tag ;) ) und zu Nudeln, Zucchininudeln o.ä. servieren.

Bei mir gab es die Soße heute zu Zucchininudeln. Ich habe noch ein bisschen gehackten roten Basilikum aus dem Garten dazugegeben und gedämpften Brokkoli untergerührt. Die Sauce eignet sich hervorragend als Basis für Variationen, schmeckt würzig und aromatisch und passt eigentlich immer.

Tip: Wer es eher mild gewürzt mag, sollte die Pizzasauce auf jeden Fall durch ein Päckchen passierte Tomaten ersetzen, da die Pizzasauce für eine leckere Schärfe sorgt.

Tip: Ich streue mir gerne ein bisschen "Parmesan" - gemahlene Mandeln zu gleichen Teilen mit Hefeflocken gemischt - über die Nudeln: schmeckt super!


La Familia

Rote-Bete-Kartoffeln-Blitz-Pfanne

Nachdem ich heute Mittag die Rote Bete mit Kartoffeln zubereitet habe, habe ich eben entschieden, dass sie ein eigenes "Rezept" verdienen - und sei es auch noch so simpel ;)

Man nehme...
5 gekochte, mittelgroße Kartoffeln
2 Knollen gekochte Rote Bete
Olivenöl
1 EL Thymian
Salz, Pfeffer

Gepellte Kartoffeln und Rote Bete in gleich große Stücke schneiden - der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ob als Pommes Frittes, in Scheiben oder Würfeln - es schmeckt immer gut.
Alles zusammen in Olivenöl scharf anbraten, den Thymian die letzten 2 - 3 Minuten mitrösten lassen. Abschmecken und servieren.

Wenn man rohe Kartoffeln und rohe Rote Bete nimmt, muss man die längere Garzeit beachten - mit vorgekochten Produkten dauert das Ganze ca. 5 - 10 Minuten.

Passt wunderbar zu Linsenfrikadellen, einem Salat, als Beilage zu Vürstchen oder, oder, oder - und geht so super schnell, dass es das perfekte Essen ist, wenn man eigentlich nicht mehr kochen will..

Zusammen is(s)t man weniger allein 

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Linsenfrikadellen

Da ich noch etwas Feldsalat und Rote Bete im Kühlschrank hatte, wollte ich eine leckere Beilage dazu machen. Die Rote Bete wurde mit Pellkartoffeln angebraten und mit Thymian zu einem leckeren Bestandteil. Um Schwung in die Küche zu kriegen und mal wieder was mit Linsen zu machen, probierte ich ein bisschen herum und heraus kamen unfassbar schmackhafte Linsenfrikadellen!
Absolut empfehlenswert, die Teile schmecken wirklich unheimlich lecker und sind dazu schnell und unkompliziert gemacht.

Man nehme...
75 g rote Linsen
1 Möhre
1/2 Paprika
1 Frühlingszwiebel
1 Schalotte (wenn die Frühlingszwiebel fehlt, einfach 2 Schalotten oder eine Gemüsezwiebel nehmen)
1 Knoblauchzehe
2 TL Senf
1 kleine gekochte Kartoffel
Kräuter (Schnittlauch, Petersilie)
Salz, Pfeffer, Muskat, Cayennepfeffer
Olivenöl, Rapsöl (zum Braten)

Zunächst werden die Linsen mit ordentlich heißem Wasser übergossen und ca. 1 - 2 Stunden quellen gelassen.
Die Zeit kann man hervorragend nutzen, um Kartoffeln zu kochen - falls man nicht noch eine vom Vortag hat. :)
Frühlingszwiebel in feine Ringe, Schalotte in Würfelchen schneiden und in etwas Olivenöl anbraten. Gehackten Knoblauch dazu und kurz mitbraten. Die Zwiebeln sollten glasig werden, aber keine Farbe annehmen.
Möhre raspeln (ich hab sie natürlich nicht einfach geraspelt: wozu hat man einen Spiralschneider, wenn man ihn nicht nutzt? Ich bin immer noch wie in Trance und habe die Möhre daher durch den Spiralschneider gejagt und die entstandenen Endlos-Möhren dann nochmal etwas kleiner geschnitten) und Paprika in sehr feine Würfel schneiden. Das Gemüse mit dem angebratenen Zwiebel-Knoblauch-Mix mischen und bei Seite stellen.
Die Linsen nach ca. 1 - 2 Stunden absieben - man sollte auf sie beißen können und noch einen sehr festen Kern spüren, aber sich die Zähne nicht ausbeißen ;)
Linsen pürieren und das Gemüse hinzugeben. Eine gekochte Kartoffel zur Bindung in grobe Würfel schneiden, Kräuter zu dem Linsen-Mix geben und die Kartoffelwürfel dazu. Nun alles "anpürieren", bis die Kartoffel sich mit der Masse verbunden hat. Es sollten aber schon noch Stückchen der Paprika und der Möhre vorhanden sein.
Mit Senf, Salz, Pfeffer, Muskat und Cayennepfeffer abschmecken.
Erscheint die Masse zu trocken, kann man einfach etwas Wasser hinzufügen.
Neutrales Pflanzenöl - ich habe Rapsöl verwendet - in einer Pfanne erhitzen und mit einem Esslöffel Frikadellen stechen. Die Linsenfrikadellen in dem Öl ausbacken.
Heraus kamen 8 kleine Bratlinge - sie schmecken warm und kalt. Ich habe heute vier Bratlinge mit Thymian-Kartoffeln, Roter Bete und Feldsalat verputzt und bin gut satt geworden.

Tip: Die Linsenfrikadellen eignen sich auch hervorragend, um Gemüserüberbleibsel aus anderen Rezepten zu verwerten. Ich kann sie mir auch gut mit Fenchel, Zucchini o.ä. vorstellen. Tomaten nicht unbedingt, dann wird die Masse wahrscheinlich zu feucht und lässt sich nicht mehr ordentlich ausbacken.

Tip: Um eine mediterrane Variante zu erhalten, einfach mit etwas Tomatenmark statt Senf abschmecken und als Kräuter den italienischen Mix, frischen Basilikum, Thymian, Rosmarin usw. verwenden.


Zusammen is(s)t man weniger allein



Mittwoch, 17. Oktober 2012

Vegan Wednesday #2

Heute ist es wieder so weit: Mein zweiter Vegan Wednesday (und der elfte insgesamt) begann bei mir mit einem leckeren Müsli und einer Tasse schwarzen Tees samt Hafermilch:
Müsli mit Datteln, Banane, Apfel, Haferflocken, gerösteten Kokosflocken und Zimt
Mittagessen war ein Tomatensalat mit Frühlingszwiebeln sowie geröstetes Roggenbrot mit Hummus.


Als Nachtisch gab es Nuss-Pralinchen und einen Sweet-Chai-Tee mit einem Schuss Hafermilch.













Den heute angekommenen Spiralschneider musste ich einfach schon direkt nach der Ankunft ausprobieren - also wurde noch eine Möhre in Spaghettiform verspeist. ;)


 








 

Zum Abendessen durfte wieder der Spiralschneider herhalten, diesmal, um Zucchini-Spaghetti zu produzieren. Dazu gab es Champignons mit Schalotten in einer cremigen Soße (Rezept) :


 Ein Nachtisch durfte auch heute Abend nicht fehlen:

Karamelisierter Apfel mit Rosinen, Mandeln und Zimt
Insgesamt war es wieder ein seeeehr leckerer und schöner Vegan Wednesday - und ich freue mich schon auf den nächsten. Der wird eine besondere Herausforderung sein, da dann das Semester wieder anfängt: das bedeutet entweder Mensaessen oder Brotbox.. Mal sehen, was mir dazu schmackhaftes einfällt - es wird nämlich mein erstes veganes Semester und ich bin jetzt schon am Überlegen, was ich am besten in die Uni mitnehmen kann. We will see.... :)

Zucchinispaghetti mit Champignonsoße

Heute abend habe ich meinen Spiralschneider das erste Mal verwendet, um etwas "Richtiges" zu kochen (eingeweiht hatte ich ihn ja, kaum, dass er im Hause war ;) ).
Es gab Zucchinispaghetti mit einer Champignonsoße, minimal verändert habe ich das Rezept von Tuffi übernommen, wobei ich die Pilzsoße immer gleich mache (Altbewährtes sollte man ja nicht ändern - nur veganisieren ;) ).

Man nehme...
1 große Zucchini
5 große Champignons
1 Schalotte
2 TL Öl
2 Stängel Petersilie
50 g Soja Cuisine
Salz, Pfeffer und gaaaanz wichtig: Muskat

Die Zucchini wird mit dem Spiralschneider in hübsche Spaghettis geschnitten.
Schalotte in ganz feine Streifen schneiden, in Olivenöl andünsten und die ebenfalls in Scheiben geschnittenen Champignons dazu.
Alles braten, bis die Champignons "eingefallen" sind und dann mit Soja Cuisine ablöschen. Die gehackte Petersilie zugeben und alles etwas einköcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und einer guten Prise Muskat abschmecken.
Die Zucchinispaghetti dazu und alles gut vermischen. So lange weiter köcheln lassen und rühren, bis die Zucchini heiß und leicht gegart sind - sie sollten schon noch Biss haben, aber eben nicht mehr roh sein.

Singlelicious

Von Probepäckchen und Sprialschneidern...

Hui, was hab ich heut morgen große Augen gemacht:
Da stand das Probepaket von GEFRO vor meiner Tür, das mit Gratis-Leckereien gefüllt war. Leider gab es bei der Bestellung keine Möglichkeit, Sachen auszuschließen, daher waren erwartungsgemäß auch unvegane Sachen im Paket.
Enthalten waren also
1. Sauce Hollandaise (unvegan)
2. Gemüsebrühe (unvegan - wer macht denn Milchzucker in Gemüsebrühe???)
3. Gemüse Cremesuppe (vegan)
4. Sauce Bolognese (vegan)
5. Würzmischung Bella Italia (vegan)

3 der 5 Proben sind also vegan - ein ganz guter Schnitt, wie ich finde. Der Rest geht an die vegetarische Schwester, die sich darüber bestimmt freut. :)
Etwas schade finde ich, dass keines der veganen Produkte von GEFRO ohne Geschmacksverstärker auskommt (die Cremesuppe enthält Glutamat, die Bolognese Hefeextrakt, die Würzmischung ebenfalls Hefeextrakt) - aber das ist ja bei fast allen Tütenprodukten der Fall.
Ich werde die Produkte auf jeden Fall behalten und an Tagen absoluter Kochunlust vielleicht mal verwenden.

Das andere Highlight des Tages kam um 14.30 mit dem netten Herrn von Hermes. Als es klingelte, hab ich mich schon total gefreut - und wie immer ist auf amazon Verlass. Montag bestellt, heute geliefert: Der GEFU Spiralschneider!!! Auch wenn ich (noch) kein Werk von Herrn Hildmann besitze (wobei ich auch stark zweifle, ob ich mir überhaupt eines anschaffen soll - die Rezepte klingen lecker, aber die Selbstbeweihräucherung auf Facebook finde ich ziemlich unsympathisch - ich beobachte das weiterhin und schaue mal, wie ich mich entscheide), habe ich doch einige Rezepte gefunden, in denen der berühmt-berüchtigte Spiralschneider zum Einsatz kommt.
Heute Abend gibt es zu meinem zweiten Vegan Wednesday Zucchinispaghetti, aber ich konnte es natürlich nicht abwarten und habe direkt nach dem Auspacken eine Möhre in hübsche Kringel geschnitten.

Und - was soll ich sagen - ich bin begeistert!!! Der Sprialschneider funktioniert 1A, die Möhre hat in schönen Streifen nochmal so gut geschmeckt und wenn die Zucchinispaghetti später für gut befunden werden, hat sich die Anschaffung schon nach dem ersten Tag absolut gelohnt!



Dienstag, 16. Oktober 2012

Geschenke aus der Küche I - Nuss-Pralinchen

Immer, wenn ich einen "Ich-esse-wenig-und-mach-viel-Sport-um-Sünden-auszugleichen"-Rappel bekomme und essenstechnisch einen ruhigen Tag einlege, bekomme ich spätestens um die Mittagszeit unheimlich Lust, etwas zum Verschenken zu machen. Damit wird einerseits mein "Kochtrieb" befriedigt, andererseits kann ich Sünden produzieren, ohne danach den Spaß mit dem Hüftgold zu haben (klappt in ca. 1% der Fälle, meist nasche ich trotzdem einiges von den Sachen weg ;) ).
Heute war wieder so ein Tag.. Zum Frühstück einen Bananen-Blaubeer-Shake, zum Mittag einen Rote-Bete-Meerrettich-Shake (Fotos gibt es zwar, aber es hat mir selbst nicht geschmeckt, daher auch kein Rezept :D) und pünktlich um 14.00 bekam ich unbändige Lust, irgendwas zu machen. Etwas süßes, leckeres, völlig diätfreies sollte es sein.
Nach kurzem Stöbern fand ich ein abgewandeltes Rezept von Mr. Hildmann, das Petra gepostet hat.
Ich passte das Rezept meinen Zutaten an und heraus kamen 13 süße Sünden.........
(Und ich habs mir überlegt: ich geb keine einzige her!!!)

Man nehme...
40 g geriebene Mandeln
55 g Erdnussmus
40 g Kokosraspeln
15 g Agavendicksaft
Mark 1/4 Vanilleschote
1 Prise Salz

Alles miteinander vermengen, kleine Pralinen formen und mind. 2 Stunden kühl stellen.

P.S.: Eine habe ich gerade verputzt - traumhaft lecker, schön nussig und nicht zu süß. Wer es insgesamt süß mag, sollte die Menge des Agavendicksafts erhöhen...
 
Großküchenflavour für 13 Pralinen

Lila-Laune: Bananen-Blaubeer-Shake

Heute probiere ich an einigen Shake- und Saftrezepten herum, die sättigend, lecker und Mahlzeit-ersetzend sind.

Den ersten Shake gab es zum Frühstück:

Man nehme...
300 ml Hafermilch natur
30 g Mandeln (ganz, ungeschält)
50 g Blaubeeren (TK)
1 Banane

Die Mandeln habe ich über Nacht mit Wasser bedeckt eingeweicht, so dass ich sie heute Morgen problemlos verarbeiten konnte.
Hafermilch, Banane, Mandeln und Blaubeeren (müssen nicht aufgetaut sein) mit einem Pürierstab zu eine cremigen Shake mixen. Heraus kommen 2 Gläser á 250 ml, wobei ich als Frühstücksersatz beide getrunken habe und danach gut gesättigt war.


Singlelicious

Montag, 15. Oktober 2012

Die Affen rasen durch den Wald.... Bananenpfannküchlein statt Kokosnuss

Ich LIEBE ja die Seite chefkoch.de. Herrliche Rezepte und die vegane Suche ergab unter anderem das nachfolgend etwas abgewandelte Rezept für Bananenpfannkuchen:
 
Man nehme...
 
1/2 Tasse Dinkelmehl (alternativ: Vollkornmehl, Weizenmehl)
1/2 TL Vanillezucker
1 TL Zimt
1/2 Tasse Soja-Drink (ich schwöre auf den Bio Soja-Drink von A*DI Süd)
1 sehr reife Banane mit hübschen schwarzen Pünktchen
1/2 Banane nach Belieben (es geht auch ohne)
 
Zerdrücke zunächst die Banane mit einer Gabel, rühre Mehl und Soja-Drink ein, Vanillezucker und Zimt dazu.
Man kann nun eine halbe Banane in Stückchen oder eine andere Frucht hinzugeben, allerdings schmecken die Pfannkuchen auch ohne sehr gut.
 
In einer geölten Pfanne ausbacken.
Tatatataaaaa: nach dem Grundrezept gebacken
 
Tip: Man bekommt ca. 3 Pfannkuchen heraus. Diese kann man auch gut abkühlen lassen und zum Beispiel am nächsten Tag mit zur Uni / Schule / Arbeit nehmen.
 
Tip: Mit Erdnussmus oder Agavendicksaft bestrichen schmecken diese Pfannkuchen ebenso lecker wie mit frischem Zimt bestreut.

Variante: Ich habe ein paar Blaubeeren in den Teig getan - auch sehr lecker und vor allem schön frisch. 

Variante: Mit 1 EL Erdnussmus bekommen die Pfannkuchen eine wunderbare Nussnote.
 
Hmmm - mit Erdnussmus im Teig, einem Klecks obendrauf, ein paar Blaubeeren und Zimt-Zucker...
Zusammen is(s)t man weniger allein
 
Wie in 1001 Nacht: Hummus

Das folgende Rezept habe ich nun schon zweimal zubereitet (an dieser Stelle vielen Dank an die Chefköchin des Rezeptes!) - es ist schnell gemacht und schmeckt einfach großartig! Hat man die Basiszutaten einmal angeschafft (wie das unumgängliche Tahin), ist man eigentlich immer für einen großartigen morgenländischen Dip gefeit.

Man nehme...
1 Dose Kichererbsen (250 g)
1-2 EL Tahin (Sesampaste - gibt es in der Feinkostabteilung in großen Lebensmittelmärkten)
1 Zitrone
1-2 Knoblauchzehen
1 EL Cumin (Kreuzkümmel)
1/2 Chilischote
1 TL Currypulver
1 TL Olivenöl
 
Die Kichererbsen abtropfen lassen, wobei die Flüssigkeit aufgefangen werden soll. Knoblauch schälen, Keim entfernen und mit dem Tahin, der Chili, Curry und Cumin zu den Kichererbsen geben. Pürieren.
Nun entsteht eine etwas festere Masse. Dieser fügt man ca. die Hälfte der Kichererbsenflüssigkeit zu, dann reicht 1 TL Olivenöl zur cremigen Konsistenz.
Abdecken und mind. 2 Stunden ruhen lassen.
 
Tip: Wem das Ganze zu mächtig erscheint, kann es mit der Zitrone oder etwas mehr Öl abschmecken.
 
Variante: Ich hebe gerne noch eine kleingewürfelte Tomate unter. Dies sollte man aber kurz vor dem Verzehr machen, da die Masse sonst sehr matschig werden kann.
 
Variante: Man kann dieses Gericht mit rosa-scharfer Paprika bestäuben und einigen Tropfen Olivenöl oder Petersilie garnieren. Probiert es aus!

Zusammen is(s)t man weniger allein

Sonntag, 14. Oktober 2012

Do-it-yourself - Part I

Nachdem ich in der letzten Woche den ersten Kürbis des Jahres zu einer Suppe verarbeitet habe, kam ich auf die fixe Idee, aus den Kernen ebenjenes Gesellen meine eigenen Kürbiskerne zu gewinnen.
Ich bin von der Idee, Lebensmittel möglichst ganzheitlich zu verarbeiten, ziemlich angetan. Nachdem ich schon seit längerem meinen eigenen Vanillezucker und auch Aprikosenmandeln "herstelle", wagte ich nun einen Versuch, Kürbiskerne zu verarbeiten und nicht direkt wegzuwerfen.
Ich sage es vorab: Ich werde es wieder tun. Aber es nimmt einige Zeit in Anspruch und der Ertrag - naja, dazu später mehr..
Donnerstag wurde die Suppe gekocht und ich legte die Kerne auf ein Stück Küchenkrepp:
noch ziemlich nass an Tag 1
 
Wenn, ach wenn ich doch bloß einen Backofen hätte - dann wäre das Trocknen bestimmt in 2 Stunden vom Tisch gewesen. So habe ich mich erst heute, 3 Tage nach dem Kürbismassaker, an die Kerne getraut.
Mittlerweile waren sie schön trocken. Ich nahm also ein Messer und schlitzte den ersten Kern auf:

War ziemlich mühselig.

Die Kerne waren zwar trocken, aber die Schale war trotzdem noch relativ weich. Also kam ich auf die Idee, sie in der Pfanne anzurösten.
Das klappte ganz gut.
Nachdem die Teile etwas Farbe angenommen hatten und es in der ganzen Küche lecker nach gerösteten Nüssen roch (kein Kürbisgeruch, echt nicht ;) ), wagte ich einen zweiten Versuch.

Das Problem ist, die Kerne sind vieeeel zu klein und zu flach für einen normalen Nussknacker. Also nahm ich mein stumpfestes Küchenmesser, bei dem auch noch die Spitze abgebrochen ist und was ich sonst nur noch im Notfall benutze, und begann, alle ca. 100 Kürbiskerne einzeln aufzuknacken.
Es war eine unglaublich fizzelige Arbeit, meine Finger tun mir jetzt noch weh und es dauerte und dauerte.. Ich schaute währenddessen ein paar Folgen How I met your mother (meine Lieblingsserie), hatte das Gefühl, ich würde niemals fertig werden und sah den Wechsel der Jahreszeiten vor meinem Fenster........


Heraus kam 1/3 Einmachglas verzehrfertiger Kürbiskerne, die zwar nicht so aalglatt und schön aussehen wie gekaufte, dafür aber fantastisch schmecken und vor allem mein Gewissen befriedigten:
Diesmal wurde tatsächlich nichts Essbares von dem Kürbis weggeworfen.

Mein Fazit: Ich werde es immer wieder tun. Wer Zeit und Lust hat und sonntags gerne Sklavenarbeit verrichtet, der wird daran seine wahre Freude haben. Für alle anderen, deren herausstechende Tugend nicht unbedingt die Geduld ist, ist dieses Do-it-yourself-Experiment eher nichts.
Aber einmal ausprobieren lohnt sich und ich fand es ähnlich beruhigend wie früher das Häkeln: Manchmal fragt man sich, warum man so etwas Blödes überhaupt macht, aber man macht es halt trotzdem.. ;)
Der Ertrag einiger Folgen HIMYM (ca. 4 Stück habe ich gesehen - es waren also ca. 2 Stunden)
P.S.: Ich werde das nächste Mal eine andere Methode ausprobieren, um schneller an das köstliche Innenleben der kleinen Biester zu kommen. Bericht folgt.

Samstag, 13. Oktober 2012

Hmmmm... Spaghetti "Bolognese"

Als ich vorhin in die Küche ging, grinsten mich die Soja-Schnetzel an, die ich im Übermut direkt in der ersten veganen Woche gekauft und bis jetzt nicht angerührt habe.
Irgendwie hat sich in den letzten Wochen herauskristallisiert, dass ich kein Fan von Ersatzprodukten bin. Wenn es mal schnell gehen soll, sind Vürstchen o.ä. schonmal Gast in meiner Küche. Aber wenn ich mich an den Herd stelle und koche, verwende ich am liebsten frisches Gemüse und versuche mich an Variationen von altbekanntem ohne auf Tofu oder Soja zu setzen.
Heute überkam mich aber die experimentelle Lust nach neuen Ufern (ein halbes Kilo Tofu harrt im Kühlschrank noch seiner Verarbeitung - ich werde berichten ;) ). Also überlegte ich ein bisschen, was man aus den Soja-Schnetzeln machen könnte. Geworden ist es eine sehr gemüsige "Bolognese", die ich ganz klassisch mit Spaghetti verputzt habe:

Man nehme...
2 kleine Möhren
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Chili
1 kleine Zucchini
55 g Soja-Schnetzel (Trockengewicht)
ca. 150 ml Wasser
1,5 EL Tomatenmark
ca. 300 ml passierte Tomaten
2 TL Thymian
2 TL italienische Kräuter
1 TL Majoran
2 Stängel Petersilie
2 Tomaten
200 g Spaghetti
2 TL Olivenöl

Um die Soja-Schnetzel weiterverarbeiten zu können, muss man sie zunächst mit ca. der dreifachen Menge (in diesem Fall 150ml) kochendem Wasser übergießen. Während die Schnetzel quellen, wimet man sich dem Gemüse:
Zunächst wird das Gemüse in Würfel geschnitten - hier gilt: je feiner, desto besser (wie man an den Fotos sieht, habe ich mich nicht an diesen Tip gehalten - geschmeckt hat es trotzdem sehr lecker ;) ).
Die Zwiebel in einer Pfanne in dem Olivenöl glasig anbraten, Möhren, Knoblauch und Zucchini hinzugeben und alles ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze braten, das Gemüse sollte noch Biss haben. Nun kommen die abgesiebten Soja-Schnetzel hinzu. Die Schnetzel sollten schon etwas knusprig werden, da sie ansonsten zu viel der nachfolgenden Flüssigkeit aufnehmen könnten und den Biss verlieren würden.
Wenn die Schnetzel etwas angebraten sind und das Gemüse auch Farbe angenommen hat, kommt das Tomatenmark in die Pfanne. Kurz mitrösten. Dann wird mit den passierten Tomaten abgelöscht, die Kräuter inkl. der kleingehackten Petersilie hinzugeben und alles ein bisschen köcheln lassen. Wer mag, kann die gewürfelten Tomaten jetzt schon dazugeben, ich habe eine zu diesem Zeitpunkt mitköcheln lassen und die andere frisch unter die Soße gehoben, als es ans Servieren ging.
Spaghetti in Salzwasser al dente kochen und unter die Bolognese heben.

Das Gericht hat mich in der Konsistenz im Mund durchaus an Bolognese erinnert, allerdings schmeckte es dank der verschiedenen Gemüsesorten und der Tomate eher nach einer leckeren Gemüsesaucenvariation. Ich fand es seeeeehr lecker und kann mir vorstellen, dass die Sauce mit einem Schuss Rotwein noch mehr an Bolognese erinnert.

Variante: Ein Stück Knollensellerie - fein gehackt - und ein Schuss Rotwein können die Zucchini ersetzen und bringen die Sauce noch mehr in die Nähe der altbekannten Bolognese.

Tip: Petersilie gehört ebenso wie Basilikum zu den Kräutern, deren Stiele man sehr gut mitverarbeiten kann. Nicht wegwerfen - die kleingehackten Stiele sind aromatisch und würzig.

Zusammen is(s)t man weniger allein

Freitag, 12. Oktober 2012

Der süße Brei

Es war einmal ein armes frommes Mädchen, das lebte mit seiner Mutter allein, und sie hatten nichts mehr zu essen. Da ging das Kind hinaus in den Wald, und begegnete ihm da eine alte Frau, die wußte seinen Jammer schon und schenkte ihm ein Töpfchen, zu dem sollt es sagen »Töpfchen, koche,« so kochte es guten süßen Hirsenbrei, und wenn es sagte »Töpfchen, steh,« so hörte es wieder auf zu kochen. Das Mädchen brachte den Topf seiner Mutter heim, und nun waren sie ihrer Armut und ihres Hungers ledig und aßen süßen Brei, sooft sie wollten. Auf eine Zeit war das Mädchen ausgegangen, da sprach die Mutter »Töpfchen, koche,« da kocht es, und sie ißt sich satt; nun will sie, daß das Töpfchen wieder aufhören soll, aber sie weiß das Wort nicht. Also kocht es fort, und der Brei steigt über den Rand hinaus und kocht immerzu, die Küche und das ganze Haus voll, und das zweite Haus und dann die Straße, als wollts die ganze Welt satt machen, und ist die größte Not, und kein Mensch weiß sich da zu helfen. Endlich, wie nur noch ein einziges Haus übrig ist, da kommt das Kind heim, und spricht nur »Töpfchen, steh,« da steht es und hört auf zu kochen; und wer wieder in die Stadt wollte, der mußte sich durchessen.
Der süße Brei (Gebrüder Grimm)

Bestimmt produzierte das Töpfchen den folgenden Grießbrei - und wenn nicht, hätte es das tun sollen.. ;)

Man nehme...
250 ml Soja-Drink (oder eine andere Milchalternative)
50 g Weichweizengrieß (wer den Grießbrei nicht stichfest mag, nimmt einfach weniger)
1/2 Vanilleschote
1/2 Apfel
ein paar Rosinen
1 TL Sonnenblumenkerne
1 TL Zucker
5 g Margarine
2 TL Zimt

Den Apfel entkernen und in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit den Rosinen und den Sonnenblumenkernen ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Wenn der Apfel schon etwas weich ist, gibt man Zucker, Margarine und Zimt hinzu und schwenkt alles, bis der Zucker karamelisiert.

In der Zwischenzeit den Soja-Drink mit dem Mark 1/2 Vanilleschote aufkochen lassen und Grieß einrühren. Entweder, man gibt die Schote zu dem ausgekratzten Vanillemark in den Topf, oder man verfährt wie unten vorgeschlagen und stellt seinen eigenen Vanillezucker her. 
Kurz weiterköcheln lassen, damit der Grießbrei eindickt.

Grießbrei in eine Schüssel geben und mit den karamelisierten Äpfeln anrichten.

Variante, bei der 1 TL Zimt mit dem Grieß anstelle der Vanille gekocht wird
Tip: Da der Grießbrei nicht gesüßt ist, süße ich bei Bedarf am Tisch mit Zimt und Zucker nach.

Tip: Die ausgekratzte Vanilleschote nicht wegwerfen. Ich benutze diese immer, um mir selbst Vanillezucker zu machen: Dazu 1 - 2 Vanilleschoten mit ca. 500 g Zucker in einem Einmachglas aufbewahren. Der Zucker nimmt mit jeder Woche mehr das Aroma an. Ich fülle meinen Vanillezucker auch immer auf, wenn er fast aufgebraucht ist, und setze ihn nicht immer von Neuem an. Lecker :)
Variante ohne Sonnenblumenkerne

Singlelicious

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Katzen sind Einzelgänger...

Eine Diskussion, die immer wieder ausgesprochen gerne geführt wird, ist, dass Katzen angeblich Einzelgänger seien.
Das Leid, das ein Lebewesen fühlen muss, wenn es alleine in einem Käfig / einer Wohnung eingesperrt ist, kann ich mir nur in Grenzen vorstellen. Das schlimme daran ist für mich, dass die Halter dieser einsamen Haustiere sich oft als tierlieb bezeichnen, ohne auch nur etwas von den Bedürfnissen ihrer Tiere zu ahnen, geschweige denn, ihre Verzweiflung zu erkennen..
Da ich selbst zwei Kater habe, möchte ich einfach mal ein paar Gedanken loswerden, die mir immer wieder durch den Kopf gehen:
Ein Leben lang auf Menschen, ihre Gnade und Laune, ihre finanziellen Möglichkeiten, ihren Gutwillen, wenn es um Ernährung oder Tierarzt geht, angewiesen zu sein, ist ein Los, das alle Haustiere teilen. Dass es aber Menschen gibt, die diese Abhängigkeit noch steigern, indem sie hochsoziale Tiere wie Katzen alleine halten und so zu einem Leben in Einzelhaft verdammen, kann und will ich einfach nicht verstehen. Hat eine Katze Freigang, kann sie ihre sozialen Kontakte draußen knüpfen..
 
Allein in einer Wohnung, besteht ihr Leben vor allem aus einem: Warten.
Warten auf Futter. Warten auf Streicheleinheiten. Wenn Herrchen oder Frauchen arbeiten gehen: Warten auf Gesellschaft. Warten, dass etwas passiert. Was, ist eigentlich egal. Hauptsache, es gibt ein klein wenig Abwechslung in dem trüben Alltag einer einzelnen Wohnungskatze.
Bitte, haltet keine Katzen alleine! 
Egal, wieviel du dich mit "deiner" Katze beschäftigst...
...leckst du ihr Fell sauber?
...jagst du mit ihr zusammen Staubflocken hinterher?
...trägst du kleine Spaßkämpfe mit ihr aus?
...kommst du, wenn sie dich mauzend ruft? - Und mauzt du auch zurück?
...frisst du neben ihr aus einem Napf und gierst nach ihrem Futter?
...lauerst du mit gesenktem Kopf hinter einem Stein, wohlwissend, dass sie dich längst gesehen hat und deinen Angriff freudig erregt erwartet?
...machst du ihr die Maus streitig, um sie als dein Geschenk zu verkaufen?
...sitzt du neben ihr in der Transportbox, wenn es zum Tierarzt geht, um sie zu beruhigen?
...putzt du ihre Öhrchen oder schleckst ihr Köpfchen sauber?
...schnappst du ihr in letzter Sekunde das Leckerchen weg und triumphierst voll Stolz?
...passt dein Körper so perfekt an ihren, dass ihr zu einem zuckersüßen Fellklumpen zu verschmelzen scheint?

Katzen brauchen Katzen. Eine Katze ist kein Einzelgänger - und wenn, dann wurde sie von Menschen dazu gemacht. Jede Katze sollte die Chance haben, mit einem Kumpel Schulter an Schulter die Nachbarschaft zu rocken.. Wenn Freigang nicht möglich ist, dann ist ein Katzenkumpel unerlässlich!!!
Oder würdest du gerne mit Wesen zusammenleben, auf die du in allen Lebensphasen angewiesen bist? Deren Mimik, Gestik und Sprache du nicht verstehst, nicht mal ein bisschen?

Dies ist ein Appell an alle Katzenhalter! 

Zum Wohl eurer Samtpfoten - zwei Katzen machen nicht mehr Arbeit als eine.. Sie bringen aber 1.000 Mal mehr Freude. Die Sorge, zwei Katzen würden sich nicht so sehr an Menschen binden, ist vollkommen unbegründet.

Ich lebe seit drei Jahren mit zwei Katern zusammen, die mich trotz (oder vielleicht auch wegen) der Anwesenheit eines Katzenkumpels und Freigang (und fremdfütternden Nachbarn *grmbl*) verehren. Sie kommen immer wieder - bringen Geschenke mit und freuen sich wie Bolle, wenn ich aus der Uni komme. Sie erkennen mein Pfeifen, das Geräusch meines Schlüssels und das Bremsen meines Fahrrads - und ich garantiere euch, es treibt mir manchmal noch immer Tränen der Freude in die Augen, wenn ich meine Jungs aus dem Gebüsch schießen sehe, wie sie mir Seite an Seite entgegenlaufen und freudig mauzen!

Diese beiden sind der beste Beweis, dass Katzen keine Einzelgänger sind! Morgen geht es zum Tierarzt - natürlich in einer extra großen Transportbox, da die beiden auch auf dem Weg zum Arzt nicht getrennt werden. Ich schleppe mir an den 11 Kilo (inkl. Box) zwar dezent einen Bruch, aber für die zwei würde ich noch viel mehr tun... Die beiden halte ich nicht zu meinem Spaß - ich lebe mit ihnen zusammen und versuche, ihnen den Freiraum zu geben, den ich mir selbst wünschen würde.


Und die Fotos sprechen doch Bände, oder?!

Das war es. Mehr wollte ich dazu nicht sagen. Es ging mir nur mal wieder so durch den Kopf.............