Sonntag, 14. Oktober 2012

Do-it-yourself - Part I

Nachdem ich in der letzten Woche den ersten Kürbis des Jahres zu einer Suppe verarbeitet habe, kam ich auf die fixe Idee, aus den Kernen ebenjenes Gesellen meine eigenen Kürbiskerne zu gewinnen.
Ich bin von der Idee, Lebensmittel möglichst ganzheitlich zu verarbeiten, ziemlich angetan. Nachdem ich schon seit längerem meinen eigenen Vanillezucker und auch Aprikosenmandeln "herstelle", wagte ich nun einen Versuch, Kürbiskerne zu verarbeiten und nicht direkt wegzuwerfen.
Ich sage es vorab: Ich werde es wieder tun. Aber es nimmt einige Zeit in Anspruch und der Ertrag - naja, dazu später mehr..
Donnerstag wurde die Suppe gekocht und ich legte die Kerne auf ein Stück Küchenkrepp:
noch ziemlich nass an Tag 1
 
Wenn, ach wenn ich doch bloß einen Backofen hätte - dann wäre das Trocknen bestimmt in 2 Stunden vom Tisch gewesen. So habe ich mich erst heute, 3 Tage nach dem Kürbismassaker, an die Kerne getraut.
Mittlerweile waren sie schön trocken. Ich nahm also ein Messer und schlitzte den ersten Kern auf:

War ziemlich mühselig.

Die Kerne waren zwar trocken, aber die Schale war trotzdem noch relativ weich. Also kam ich auf die Idee, sie in der Pfanne anzurösten.
Das klappte ganz gut.
Nachdem die Teile etwas Farbe angenommen hatten und es in der ganzen Küche lecker nach gerösteten Nüssen roch (kein Kürbisgeruch, echt nicht ;) ), wagte ich einen zweiten Versuch.

Das Problem ist, die Kerne sind vieeeel zu klein und zu flach für einen normalen Nussknacker. Also nahm ich mein stumpfestes Küchenmesser, bei dem auch noch die Spitze abgebrochen ist und was ich sonst nur noch im Notfall benutze, und begann, alle ca. 100 Kürbiskerne einzeln aufzuknacken.
Es war eine unglaublich fizzelige Arbeit, meine Finger tun mir jetzt noch weh und es dauerte und dauerte.. Ich schaute währenddessen ein paar Folgen How I met your mother (meine Lieblingsserie), hatte das Gefühl, ich würde niemals fertig werden und sah den Wechsel der Jahreszeiten vor meinem Fenster........


Heraus kam 1/3 Einmachglas verzehrfertiger Kürbiskerne, die zwar nicht so aalglatt und schön aussehen wie gekaufte, dafür aber fantastisch schmecken und vor allem mein Gewissen befriedigten:
Diesmal wurde tatsächlich nichts Essbares von dem Kürbis weggeworfen.

Mein Fazit: Ich werde es immer wieder tun. Wer Zeit und Lust hat und sonntags gerne Sklavenarbeit verrichtet, der wird daran seine wahre Freude haben. Für alle anderen, deren herausstechende Tugend nicht unbedingt die Geduld ist, ist dieses Do-it-yourself-Experiment eher nichts.
Aber einmal ausprobieren lohnt sich und ich fand es ähnlich beruhigend wie früher das Häkeln: Manchmal fragt man sich, warum man so etwas Blödes überhaupt macht, aber man macht es halt trotzdem.. ;)
Der Ertrag einiger Folgen HIMYM (ca. 4 Stück habe ich gesehen - es waren also ca. 2 Stunden)
P.S.: Ich werde das nächste Mal eine andere Methode ausprobieren, um schneller an das köstliche Innenleben der kleinen Biester zu kommen. Bericht folgt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen