Samstag, 13. Oktober 2012

Hmmmm... Spaghetti "Bolognese"

Als ich vorhin in die Küche ging, grinsten mich die Soja-Schnetzel an, die ich im Übermut direkt in der ersten veganen Woche gekauft und bis jetzt nicht angerührt habe.
Irgendwie hat sich in den letzten Wochen herauskristallisiert, dass ich kein Fan von Ersatzprodukten bin. Wenn es mal schnell gehen soll, sind Vürstchen o.ä. schonmal Gast in meiner Küche. Aber wenn ich mich an den Herd stelle und koche, verwende ich am liebsten frisches Gemüse und versuche mich an Variationen von altbekanntem ohne auf Tofu oder Soja zu setzen.
Heute überkam mich aber die experimentelle Lust nach neuen Ufern (ein halbes Kilo Tofu harrt im Kühlschrank noch seiner Verarbeitung - ich werde berichten ;) ). Also überlegte ich ein bisschen, was man aus den Soja-Schnetzeln machen könnte. Geworden ist es eine sehr gemüsige "Bolognese", die ich ganz klassisch mit Spaghetti verputzt habe:

Man nehme...
2 kleine Möhren
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Chili
1 kleine Zucchini
55 g Soja-Schnetzel (Trockengewicht)
ca. 150 ml Wasser
1,5 EL Tomatenmark
ca. 300 ml passierte Tomaten
2 TL Thymian
2 TL italienische Kräuter
1 TL Majoran
2 Stängel Petersilie
2 Tomaten
200 g Spaghetti
2 TL Olivenöl

Um die Soja-Schnetzel weiterverarbeiten zu können, muss man sie zunächst mit ca. der dreifachen Menge (in diesem Fall 150ml) kochendem Wasser übergießen. Während die Schnetzel quellen, wimet man sich dem Gemüse:
Zunächst wird das Gemüse in Würfel geschnitten - hier gilt: je feiner, desto besser (wie man an den Fotos sieht, habe ich mich nicht an diesen Tip gehalten - geschmeckt hat es trotzdem sehr lecker ;) ).
Die Zwiebel in einer Pfanne in dem Olivenöl glasig anbraten, Möhren, Knoblauch und Zucchini hinzugeben und alles ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze braten, das Gemüse sollte noch Biss haben. Nun kommen die abgesiebten Soja-Schnetzel hinzu. Die Schnetzel sollten schon etwas knusprig werden, da sie ansonsten zu viel der nachfolgenden Flüssigkeit aufnehmen könnten und den Biss verlieren würden.
Wenn die Schnetzel etwas angebraten sind und das Gemüse auch Farbe angenommen hat, kommt das Tomatenmark in die Pfanne. Kurz mitrösten. Dann wird mit den passierten Tomaten abgelöscht, die Kräuter inkl. der kleingehackten Petersilie hinzugeben und alles ein bisschen köcheln lassen. Wer mag, kann die gewürfelten Tomaten jetzt schon dazugeben, ich habe eine zu diesem Zeitpunkt mitköcheln lassen und die andere frisch unter die Soße gehoben, als es ans Servieren ging.
Spaghetti in Salzwasser al dente kochen und unter die Bolognese heben.

Das Gericht hat mich in der Konsistenz im Mund durchaus an Bolognese erinnert, allerdings schmeckte es dank der verschiedenen Gemüsesorten und der Tomate eher nach einer leckeren Gemüsesaucenvariation. Ich fand es seeeeehr lecker und kann mir vorstellen, dass die Sauce mit einem Schuss Rotwein noch mehr an Bolognese erinnert.

Variante: Ein Stück Knollensellerie - fein gehackt - und ein Schuss Rotwein können die Zucchini ersetzen und bringen die Sauce noch mehr in die Nähe der altbekannten Bolognese.

Tip: Petersilie gehört ebenso wie Basilikum zu den Kräutern, deren Stiele man sehr gut mitverarbeiten kann. Nicht wegwerfen - die kleingehackten Stiele sind aromatisch und würzig.

Zusammen is(s)t man weniger allein

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