Montag, 8. Oktober 2012

Musst du immer so extrem sein? - 1 Monat vegan

Nachdem mein Entschluss, vegan zu leben, vor einem Monat gereift ist, möchte ich heute mal auf die Reaktionen meiner Umwelt zu diesem Thema eingehen.
Vorab sei gesagt, dass ich bislang keine Diskussionen darüber begonnen habe. Dazu ist mir das alles noch zu frisch und die Argumente, die sich in den letzten Wochen gefestigt haben, sind zu Beginn nicht immer direkt abrufbar. Wenn sich also eine Situation ergeben hat, in der es ums Essen ging, habe ich gesagt, dass ich meine Ernährung umgestellt habe und vegan lebe. Wenn darauf Fragen kamen, habe ich mich gerne in die Diskussion gestürzt. Wenn darauf nichts kam, habe ich es so hingenommen. Ich muss niemanden missionieren (zumindest noch nicht ;) ).
Meine Familie hat es erwartungsgemäß sehr gut aufgenommen: Meine Eltern sind seit 25 Jahren Vegetarier, meine Schwester seit mittlerweile 10 Jahren und ich selbst war 12 Jahre lang Vegetarierin, bevor ich in den letzten 6 Jahren wieder alle tierischen Produkte aß. Auf Grund der vegetarischen Lebensweise kamen einige typische Aussagen wie Aber die Kühe geben uns die Milch doch freiwillig, die müssen ja auch gemolken werden, sonst würden ja die Euter platzen oder Aber Hühner legen doch eh Eier, nachdem ich aber kurz auf die heutigen Zuchtbedingungen, die frühe Mutter-Kind-Trennung, den Verbleib der männlichen Kälbchen und das Sexen und Schreddern von Küken hingewiesen habe, wurde meine Entscheidung sofort repektiert.
Meine Freunde reagierten unterschiedlich, aber insgesamt gut. Sie sehen es größtenteils wie ich, so lange ich nicht missioniere, "missionieren" sie auch nicht. Und gemeinsam Essen ging auch schon häufiger als gedacht: Mal haben wir das vegane Gericht in der Unimensa probiert, mit einer Freundin habe ich eine vegane Borsch gekocht (seeeeehr empfehlenswert, Rezept folgt ;) ).
Wie ihr der Rezeptbeschreibung der Spaghetti mit Spinat und Cocktailtomaten entnehmen könnt, entstammen diese einem abgewandelten Gericht eines omnivoren Freundes. Dieser kennt mich seit 10 Jahren und seine einzige Reaktion, als ich am Telefon auf die Koch-Einladung sagte, dass ich nun vegan lebe: "Musst du immer so extrem sein? (lacht) Na gut, ich wollte eigentlich Sahne für die Soße nehmen, was schlägst du vor?"
 
In den letzten 4 Wochen habe ich keine "blöden" Kommentare erhalten, vielmehr Interesse an mir und dem Thema geweckt, auch an Stellen, wo ich solches Interesse gar nicht vermutet hätte.

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