Dienstag, 16. April 2013

Hirse-Brötchen


Ich gebe es zu, Hirse und ich hatten bislang kein gutes Verhältnis.
Hochmotiviert kaufte ich mir zu Beginn der veganen Zeit ein Paket Hirse, das seitdem gleich neben dem gepoppten Amaranth, den (viel zu teuren) Chiasamen und nicht zuletzt (völlig überteuertem) Matcha sein Dasein fristet.
Dabei gab ich der Hirse wirklich ein ums andere Mal die Chance, mich doch noch zu begeistern: Ob als Hirsepfanne in Verbindung mit Karotten oder im Zuge der Aktion "Use up along" als Hirsebuletten - die Hirse konnte sich zwar für mich, ich mich aber keinesfalls für sie erwärmen. 

Die Sache ist die: Für Brei nutze ich gern Altbewährtes wie Grieß oder (seit kurzem) Haferflocken. Für Gemüse-Kohlenhydrat-Pfannen verwende ich am allerliebsten Couscous, dicht gefolgt von Quinoa. Tja, Hirse hat in meiner Küche einfach keinen Platz - zumindest bis Sonntag.

Da Montag die Uni wieder anfing, starrte ich etwas enttäuscht in den leeren Brotkasten: Low-carb schön und gut, aber einen ganzen Tag ohne Brot oder ähnliches führt unweigerlich zu abendlichen Futteranfällen! Und außerdem bekomme ich schlechte Laune, wenn ich unterzuckert durch die Gegend radel.
Und wer mag eine schlechtgelaunte Frau Schulz?
Niemand, nicht mal Frau Schulz selbst!

Ja, das ist immer noch ein Rezept-Post, daher langer Rede kurzer Sinn:
Ich kramte ein bisschen in der chefkoch-Datenbank und fand ein Rezept für ein schnelles Brot, das nicht nur als wunderbar locker angepriesen wurde, sondern dessen Protagonist auch noch die bislang so verschmähte Hirse war!

Bereit, Madame noch eine allerletzte Chance zu geben, buk ich nach diesem Rezept 10 Hirsebrötchen, die das schafften, woran keiner mehr glaubte (am allerwenigsten ich selbst):

Hirse und ich, wir sind jetzt Freunde!

Und ich werde sie wieder kaufen, denn die folgenden Brötchen sind einfach toll!!!

Man nehme...
100 g Hirse
300 ml Wasser
500 g Vollkornmehl
(ich habe mich für die Mischung 150 g VK-Dinkel, 150 g VK-Weizen und 200 g VK-Roggen entschieden)
1 Würfel frische Hefe (alternativ 2 Päckchen Trockenhefe)
250 ml lauwarmes Wasser
Salz

(1) Zunächst die liebe Hirse in einem feinen Sieb waschen und gut abspülen, sonst wird sie bitter und das sollte um jeden Preis verhindert werden! Dann in 300 ml leicht gesalzenem Wasser aufkochen, 10 min. köcheln und weitere 30 min. bei niedriger Hitze ausquellen lassen. Hirse kühlt ab? Dann weiter mit Schritt 2:
(2) Dann Hefe in lauwarmem Wasser auflösen und gemeinsame mit Hirse, Mehl und Salz kneten. Wie jeder Hefeteig freut sich auch dieser über eine ca. 10 minütige Knetzeit, dann darf der Teig ein halbes Stündchen abgedeckt an einem warmen Ort ruhen.
(3) Genug geruht - weiter geht's: Teig nochmals kneten und dann zu Brötchen formen (wer sich das erste Mal an Brötchen versucht, der schaue z.B. hier). Diese auf ein mit Backpapier bedecktes Blech setzen, erneut abdecken und weitere 30 min. ruhen lassen.
(4) Blech in den Ofen und los geht die Backerei:
Um eine knackige Kruste zu bekommen, sollte man eine hitzebeständige Schüssel mit Wasser unten in den Ofen stellen.
Die Brötchen werden dann zunächst 10 min. bei 230° Umluft gebacken, dann die Temperatur auf 200° reduzieren und weitere 20 min. backen.

Hinaus mit den Brötchen, abkühlen lassen und am besten ofenfrisch mit etwas Margarine und Marmelade genießen!

Tipp: Die Brötchen eignen sich auch sehr gut zum einfrieren: Dafür die fertig gebackenen und ausgekühlten Brötchen in Gefrierbeutel packen und bei Bedarf entweder einfach auftauen lassen oder - meine Lieblingsvariante - mit etwas Wasser beträufeln und bei 180° für 10 - 15 min. in den Ofen. LECKER!!!

Fazit: Die Brötchen sind der Kracher! Die Hirse hat mich hier wirklich überzeugt, da die Brötchen auch nach Lagerung saftig bleiben und einfach gut schmecken.
Allerdings sind die Brötchen eher kompakt, man sollte bei diesem Rezept keine großporigen superfluffigen Teiglinge erwarten - ich werde sie aber nochmal backen.
Danke, ich habe meine Hirseabneigung soeben überwunden :)

Ergibt sage und schreibe 10 wunderbar saftige Hirsebrötchen

Dauer:
5 min. Hirse putzen + 10 min. Teig kneten + 10 min. Brötchen formen = 25 min. reine Arbeitszeit
40 min. Hirse zubereiten + je 30 min. Gehzeiten + 30 min. Backzeit= 2 h 10 min. Wartezeit, in der man bspw. die Küche aufräumen, spülen, neue Muffin-Rezepte ausdenken und -probieren oder einfach das Mittagessen kochen kann

Kommentare:

  1. Das freut mich echt für die Hirse und dich ;-)))
    Wir habens bisher noch nicht miteinander versucht *g*
    aber die Brötchen sehen toll aus, die werde ich sicher mal testen...

    Grüßle, Jessi

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  2. Nenenenene die Hirse und ich sind auch keine Freunde. Ich sträubte mich immer schon dagegen, weil es mir schon zu Öko geklungen hat :-D Dann probiert und wirklich schwer enttäuscht. Bisher nahm ich keinen neuen Versuch mit der Hirse in Angriff aber diese Brötchen sehen echt toll aus <3

    LG

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  3. Wir toll die aussehen! Ich wäre nie von selbst auf die Idee gekommen aus Hirse Brötchen zu backen, wie genial! Rate mal wie ich meine Hirsevorräte nun klein kriegen werde hehe

    Ich mag sie schon ganz gern, aber habe mich total überfressen daran (meinen Dank an Atilla Hilmann an dieser Stelle, er und seine Spartanerhirse und der Hirsebrei sind Schuld!). Hirse ist auch nicht gleich Hirse, die grobe bekomm ich überhaupt nicht runter, die feine ist viel besser.

    Matcha, Chia und gep. Amaranth magst auch ned? Dabei kann damit so tolle Sachen machen, z.B. Matchakekse :)

    LG Angie

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  4. Kann man die Brötchen vielleicht auch mit Quinoa backen? Das wär total super :D

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  5. Frau Schulz!
    Ich liebe dich ;-)
    Habe das gleiche Problem. Hirse verdient meinen Respekt, aber geschmacklich war es immer "naaaaja...."
    Die Brötchen sehen toll aus. Super Inspiration!

    LIebe Grüße. Luci

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