Sonntag, 23. Juni 2013

Holunderblütensirup

Vor zwei Wochen packte auch mich das Fieber, endlich mal wieder etwas Schenkbares herzustellen. Wie ihr vielleicht noch wisst, verschenke ich zu Weihnachten schon seit Jahren nur noch Selbstgemachtes, am Liebsten diverse Sorten Likör, aromatisierten Zucker bzw. Salz, Plätzchen, etc. pp.
Doch nicht nur zur Weihnachtszeit stehe ich gern in der Küche - nein, nein, Frau Schulz ist quasi ein ganzjährig verwendbares Küchenutensil!

Nachdem ich kurz im Internet gestöbert hatte und dann auch noch Susanne ein Holunderblütenrezept zeigte, war ich nicht mehr zu bremsen: Gemeinsam mit Claudi ging es am Mittwoch vor zwei Wochen in die Felder unserer schönen Stadt.

Beim Gassigehen mit Ronja hatten wir nämlich bereits sonntags volle und duftende Holunderbüsche entdeckt, die nur darauf zu warten schienen, von uns um ein paar Blüten erleichtert zu werden!

Nun denn, los ging das Zupfen. Der Plan war, 25 große Blütendolden für jeden Topf zu sammeln, um so ein paar Flaschen köstlichen Sirup zu fabrizieren!

An dieser Stelle nochmal allerliebsten Dank an Claudi - mit meinen 1,58m Körper"größe" hätte ich längst nicht so schöne Blüten sammeln können - so hielt Claudi einen Ast nach unten und ich zupfte voller Begeisterung die endlich in meiner Reichweite hängenden Blüten ab.

Zwei Taschen waren rascher als erwartet gefüllt und so schwangen wir uns auf die Räder und fuhren zu Claudi, um Portion 1 aufzusetzen.



Abends kochte ich dann meinen Likör, den ich nach den ersten Versuchen bei Claudi in folgenden Mischverhältnissen herstellte (Rezept also von mir, Fotos von Claudi ;) ):

Man nehme...
25 wunderbar große Holunderblütendolden (frisch gezupft, am besten nach einer Trockenperiode, da Regen die Pollen abwäscht)
1,5 Liter Wasser
1 kg Zucker
4 unbeh. Zitronen



Holunderblüten von Stielen befreien. Schon beim Sammeln sollte man darauf achten, keine Dolden mit Blattläusen dran zu zupfen - an Claudis und meinen Dolden war kein einziges Insekt *stolz*
In der Zwischenzeit Wasser mit Zucker aufkochen und so lange bei niedriger Hitze köcheln lassen, bis der Zucker aufgelöst ist.
Dann die Zitronen vierteln, ins Wasser auspressen und samt Schale in den Topf geben. Holunderblüten (ohne Stiele, die wurden ja schon zu Beginn abgezupft) dazu und alles verrühren.
 

Man sollte darauf achten, dass die Blüten nicht in kochend heißes Wasser kommen, also lieber etwas abkühlen lassen und dann Blüten rein. Deckel drauf, Töpfchen ins Eckchen und 4 Tägchen warten (hach, was sind Diminutive doch niedlich! ;) ).

Nach vier Tagen den Sirup durch ein Küchentuch gießen (im Zweifel wiederholen, bis alle Reste entfernt sind). Sirup nochmals aufkochen und ab damit in gesäuberte Glasflaschen.

Angebrochene Flaschen halten sich im Kühlschrank.

Passt hervorragend in Wasser, Sekt oder Wein (selbstgemachter Hugo, wir kommen ;) ), aber auch über Dessert geträufelt oder als süßes Goodie in Obstsalat schmeckt er einfach herrlich!

Großküchenflavor für ca. 2 Liter leckersten Sirup

Dauer: 30 min. Holunderblütendolden zupfen und sich wundern, dass man irgendwann zwischen veganem Käse und Engagement im Tierheim ein ziemlicher Öko geworden ist + 15 min. Dolden zu Blüten machen und Zuckerwasser kochen + 4 Tage Beherrschung, nicht den ganzen Topf auf einmal leerzutrinken = gut und gerne 5 Tage, in denen man sich fühlt wie Winnie Pooh vor dem Topf voller Honig

Kommentare:

  1. OMG, weißt du überhaupt wie sehr ich Holundersirup liebe???

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  2. Woooow, das sieht super aus! Und dann auch noch fast kostenlos :)
    Ich hätte auch gerne so ein ganzjährig verwendbares Küchenutensil =D

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  3. Ach, das möchte ich auch unbedingt machen... Dazu müsste ich auch endlich mal Sammeln gehen. Hm...

    leibe pflanzliche Grüße, miss viwi

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  4. Nach 4 Tagen ist heute auf meinem Hoblüsatz im Topf eine dicke Schimmelschicht drauf. :(

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