Donnerstag, 21. November 2013

{7 Gänge in 7 Stunden} oder: Das Müslischalenbesitzer-Gedächtnis-Dinner in 3 Akten

Erinnert ihr euch noch an meine 7-Gänge-in-7-Stunden-Blogaktion?
Sieben wunderbare Bloggerinnen steuerten je ein Rezept für das perfekte Dinner bei und ich gab das Versprechen, selbiges Abendessen für den Müslischalenbesitzer und mich nachzukochen.

Bevor ich mit einem kurzen Bericht beginne, muss ich ein paar Worte vorweg sagen.

Leider war es mir nicht möglich, jedes Rezept genauso umzusetzen, wie es ursprünglich gedacht war. Mal musste ich umsetzungsbedingt einzelne Zutaten ändern, ein Gericht musste jedoch komplett weichen, da die Hauptzutat nicht mehr erhältlich war. Aus diesem Grunde habe ich mich entschieden, euch jetzt einen Überblick zu geben - zu erzählen, wie der Abend war und wie die Gerichte ankamen. In Akt 2 und 3 stelle ich dann die Bilder der Ursprungsrezepte und meiner nachgekochten Gerichte gegenüber und zeige euch, welche Änderungen ich bei den Rezepten vorgenommen habe - ich hoffe, damit werde ich vor allem den sieben Bloggerinnen gerecht, die sich so wunderbare Rezepte für uns erdacht haben!



Ich startete bereits Donnerstagabend mit der ersten Vorbereitung: Das Pfirsich-Mandel-Sorbet wurde zubereitet, zur Hälfte sofort vernascht und der Rest wanderte bis Samstagabend in die Gefriertruhe.

Freitag kam dann der Müslischalenbesitzer an, während ich noch arbeiten musste. Daher kaufte ich danach geschwind die fehlenden Zutaten ein (das Dinner brauchte übrigens kaum Sonderzutaten - das meiste habe ich ohnehin im Haus :) ) und kochte Freitagabend noch schnell das Karotten-Ingwer-Süppchen. Außerdem wurden die Süßkartoffeln für die Süßkartoffelcreme (Zum Sekt) und die scharf-süßen Gnocchi (Hauptgang) im Ofen gegart und aus der Schale gedrückt, sodass ich tags drauf mit den vorgegarten Süßkartoffeln weiterarbeiten konnte.

Zusätzlich zu den nachfolgend präzise beschriebenen Speisen gab es Baguette und dreierlei Joghurt-Dips. Auch gut. 

Freitag Abend gingen der Herr und ich dann aber zunächst einmal aus. Den ursprünglichen Zeitplan für Samstag sprengten wir, da wir erst gegen 4.00 nachts daheim waren und floglich erst gegen 16.00 aus dem Bett kamen. Dank der vorigen Vorbereitung und ihm als Schnibbelhilfe brauchte ich aber keine 7 Stunden mehr (obwohl mich die Gnocchimacherei kurzzeitig in den Wahnsinn trieb, mehr dazu in Akt 3) - um 19.00 aßen wir die Gurkensterne mit Süßkartoffelcreme von Isabel und tranken dazu Champagner - hach, wie dekadent!



Weiter ging es im Sauseschritt mit Lauras leckerer Karotten-Ingwer-Suppe, die in übergroßen Suppenlöffeln ein stylisches Plätzchen fand.


Nun sollten eigentlich die gratinierten Feigen von Mama Mia folgen - aber wie bereits angekündigt musste ein Gericht aufgrund fehlender Zutaten ausgetauscht werden - und es traf dieses Gericht. Blöderweise haben Feigen nur eine relativ kurze Saison und die Feigen, die ich für 2,50 € (pro STÜCK!) bei denn's fand, waren klein und viel zu weich.. Daher musste ich mir auf die Schnelle eine Alternative einfallen lassen - liebe MamaMia, die Feigen hole ich in der nächsten Saison aber definitiv nach, versprochen!
Alternativ gab es gefüllte Champignons, um die süße Richtung der ursprünglichen Vorspeise nicht völlig zu verlieren, mit orientalischem Couscous, der neben Rosinen auch Pistazien enthielt. 



Rucki-Zucki ging es weiter.
Das Ratatouille wurde nach Johannas Anweisung gekocht, allerdings hatte ich mich bereits im Vorfeld entschieden, auf Kartoffelpuffer zu verzichten - das Problem ist, dass ich in meiner Küche esse (oder in meinem Wohnzimmer koche - kann man sehen, wie man will ;) ) und Kartoffelpuffer während der Zubereitung die gesamte Umgebung in einen Weihnachtsmarkt-Revival-Fettzauber tunken. Daher wurden die Ratatouille-Kartoffel-Türmchen mangels Schichtgeschick aller Anwesenden zu schnöden Ratatouille-Kartoffel-Dingens, wobei die Kartoffeln in Form von Ofenkartoffeln daherkamen.


Nach diesen vier Gängen wurde der Müslischalenbesitzer etwas ruhiger. Da wir den ganzen Tag verschlafen hatten, war das Essen unsere einzige Mahlzeit und Monsieur war anfangs etwas ängstlich gewesen, dass er auch satt wird!  
"Mach mehr Gnocchi", tönte es. "Ich hab' zwei Baguettes mitgebracht, nicht, dass wir Hunger haben!"
So viel darf ich vorweg nehmen: Hungrig ging Samstag keiner in's Bett.


Nach kurzer Pause machte ich mich an die Gnocchi. Und ich sag es euch: Wäre das Rezept nicht von Cookie gewesen, hätte ich spätestens nach der Hälfte der Teigzubereitungszeit entnervt aufgegeben und es hätte die angedachte Sauce mit stinknormalen Spaghetti gegeben! Aaaaber der Kampf hat sich gelohnt (letztlich war es auch mein Fehler: ich habe die Menge des Rezeptes reduziert und dafür 500g Süßkartoffeln benutzt - leider habe ich sie erst gegart gewogen, was das Ergebnis verfälschte und wesentlich mehr Mehl forderte, als erwartet) und so schafften es diese wunderbaren süß-scharfen Gnocchi auf unsere Teller:


Puuuuh, was sollte denn da noch kommen?!
Richtig - ca. eine Stunde zuvor hatte ich Angies wunderbares Pfirsich-Sorbet aus dem Gefrierschrank geholt, um es antauen zu lassen - da ich kein Mandelaroma im Haus hatte, machte ich es übrigens mit einem Haus Rosenwasser, was ganz hervorragend mit Pfirsich und Rosmarin harmonierte.
O-Ton des Herrn Gast: "Das ist aber Aprikose, oder? Ich bin mir sicher, dass das Aprikose ist!"
Nein, es war wirklich kein Aprikosen-Sorbet ;)


Während wir noch zufrieden unser eisiges Süß löffelten, buk im Ofen bereits der Kürbis-Birnen-Crumble, den Juli für uns ersonnen hatte. Für diesen Gang zeichnet sich übrigens der Gast als Hauptverantwortlicher. Vom Birnen-und-Kürbis-schälen-und-würfeln bis zum Streusel-formen - alles sein Werk!

Das war es.
Ich hab es geschafft.
Sieben Gänge wurden gekocht, fotografiert und genossen.

Tags drauf haben wir übrigens einen leckeren Sonntagsbrunch mit den Resten essen können :)


In den folgenden zwei Posts zeige ich euch dann wie versprochen die Rezeptänderungen und eine kleine Look-a-like-Vorstellung der Original- und Frau-Schulz-Bilder.


Vielen, vielen Dank an die wunderbaren Köchinnen, ohne die dieses Dinner nicht in der Form hätte stattfinden können. Danke, danke, danke :)

Und vielen Dank euch Lesern, die ihr mitfiebert, bei den Abenteuern, die ich wage, und die mich unterstützen - durch jeden Kommentar, jede Mail, jedes Like und jedes Lesen.

Ach, mir ist ganz blümerant zumute.....




























Kommentare:

  1. Das klingt nach einem Spitzenabend nach einem verschlafenen Tag. War sicher total klasse! Da wäre ich auch gern dabei gewesen :) Sieht alles richtig lecker aus und hat ja anscheinend auch geschmeckt. Schön gemütlich! Einige der Rezepte werde ich auf jeden Fall auch probieren.

    LG,

    Nini

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  2. Wie toll! Und wie schlimm, dass meine Gnocchi dich in den Wahnsinn getrieben haben, das wollte ich wirklich nicht :-/
    Aber Hauptsache sie haben gut gemundet und ihr hattet einen tollen Abend ohne ABC-Ausrüstung :-D

    Alles Liebe vom Keksi

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  3. Hach, was für ein zauberhaftes Dinner!! Wenn ich iiiiirgendwann mal etwas besser kochen kann mache ich sowas auch. Finde es toll, dass das meiste tatsächlich Alltagszutaten sind, die den Geldbeutel auch nicht so wahnsinnig schröpfen. Freut mich, dass ihr so einen schönen Tag/Abend hattet. Liebe Grüße

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  4. Boah!
    Na das ist doch tooool geworden! Auch wenn meine Feigen zu Champignons wurden. hihi Ist aber auch eine kurze Saison für Feigen, das stimmt. Find ich gut, man soll ja auch wirklich umschwenken auf eben saisonales.
    Toll geworden, danke fürs dokumentieren!
    GLG, MamaMia

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  5. Wow, das sieht echt toll aus! Respekt für die ganze Mühe, die du dareingesteckt hast - es sieht alles sooo toll und so lecker aus!
    Ich habe auch ein traumatisches Gnocchierlebnis: Nachdem ich mit meiner Schwester mal ganz viele tolle Gnocchi produziert habe, wollte ich den (Holz-)Tisch wieder saubermachen und habe den ganzen Teig mit einem Edelstahl-Pfannenwender abgekratzt. Leider habe ich damit dann auch die ganze Tisch-Oberfläche abgekratzt und meine Eltern total sauer!! :D Da war ich 17.
    Gefüllte Champignons stelle ich mir übrigens sogar fast noch besser vor als die Kombi mit den Feigen :)
    Liebe Grüße
    Laura

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