Dienstag, 22. Dezember 2015

{Tipp} Festessen zu Weihnachten

Wisst ihr schon, was es bei euch an Weihnachten zum Essen geben wird?

Da ich in diesem Jahr wieder einmal für meine Familie kochen darf, gibt es bei uns diesmal ein kleines Drei-Gang-Menü, beginnend mit einer Artischockensuppe.


Danach folgen ein Linsenbraten mit brauner Sauce, Patate Anna und gedünsteter Brokkoli. Als Nachtisch wird es eine Lebkuchenmousse (ähnlich dieser Mousse au Chocolat) mit Orangengedöns geben.

Den dicköpfigen Hund nehme ich mit zu meinen Eltern - das wird eine ziemlich aufregende Premiere, da wir erstmals anderswo nächtigen und Keno ja kein einfacher Hund ist. Allerdings ist diese Übernachtung die Generalprobe, ob ich Keno im Sommer auch mal mit in Urlaub (in einem sehr einsam gelegenen Ferienhaus) nehmen könnte..

Wer noch Ideen braucht, was man an Weihnachten als veganen Festschmaus auf den Tisch bringen kann, wird hier vielleicht fündig - ein paar Rezepte habe ich in den vergangenen Jahren auf ihre Festtagstauglichkeit geprüft und für würdig gefunden, in dieser Liste aufgenommen zu werden.

Vorweg
Ich schwankte in meinen Vorbereitungen des diesjährigen Weihnachtsmenüs bis zuletzt zwischen der Artischockensuppe und einer Misosuppe. Eine Misosuppe ist einfach ein herrlicher Starter in ein mehrgängiges Essen, da sie leicht und frisch daherkommt.
Klassischer wird die Vorspeise natürlich, wenn man beispielsweise eine Kürbissuppe kocht. Dann aber diese hier - sie ist einfach die beste!

Misosuppe


Hauptgang
Vielleicht wären ja Rouladen ein festtagstaugliches Essen in diesem Jahr? Dann finden sich einmal Kohlrouladen mit Linsenfüllung oder die klassische Rouladenvariante mit passendem Brezenknödelrezept von Cookie als mögliche Vertreter ihrer Art.
Andernfalls kann nur wärmstens empfehlen, einen Butternutkürbis zu halbieren und lecker zu füllen - ein entsprechendes Rezept von mir findet ihr ab dem 23.12.2015 bei twoodledrum.
Kohlrouladen 
Butternutkürbis mit Kartoffelfüllung

Danach
Wie bereits erwähnt wird es in diesem Jahr die Mousse au Chocolat in einer kleinen Abwandlung geben - doch auch im Original eignet sie sich hervorragend als Abschluss eines Dinners.
Alternativ und nicht minder einfach in der Vorbereitung ist ein Pudding - zur Abwechslung vielleicht mal einer mit Marzipan und Mohn wieder dieser?
Einen warmen Nachtisch kann man blitzschnell mit einem Crumble auf den Tisch bringen: zum Beispiel nach diesem Rezept von foddsandeverything.

Kürbis-Birnen-Crumble
Mousse au Chocolat

Darüber hinaus finden sich auch bei dem Märchendinner von 2012 und dem Weihnachtsdinner von 2013 noch einige Rezepte, die ausprobiert werden wollen.

Nun bin ich aber ganz gespannt, was es bei euch am Heiligabend geben wird:
Bleibt ihr klassisch oder gibt es bei euch eher Ungewöhnliches?

Mittwoch, 16. Dezember 2015

{Rezept} Birnenstreusel mit Marzipan und Walnusscrunch



Trotzdessen, dass wir uns kurz vor Weihnachten befinden und es bereits einige Plätzchenrezepte auf dem Blog gab, kommt heute das Rezept für einen schnellen Birnenkuchen, der es vor kurzem zum Geburtstagsbrunch meines Papas schaffte.

Der Kuchen lässt sich easy am Vorabend vorbereiten, nimmt wenig Zeit in Anspruch und trumpft trotzdem mit fabelhaftem Geschmack auf! Dank der Marzipanstreusel fügt er sich problemlos in die Vorweihnachtszeit und das Flower-Power-Gewürz (die Idee dafür kommt übrigens von hier) verleiht ihm ein unverkennbares Aroma. Der Kuchen war ein echter Renner auf dem Buffet.

Man nehme...
...für den Teig
250 g Mehl
50 g gemahlene Mandeln
75 g Zucker
150 g Margarine
nach Bedarf etwas Wasser
Prise Salz
etwas Zimt

...für den Rest
3 Birnen
etwas Zitronensaft
1 Handvoll Walnusskerne
ca. 50 g Marzipan
Flower-Power-Gewürz von Sonnentor

Die Teigzutaten rasch zu einem glatten Teig verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank parken.
Derweil die Birnen schälen, vierteln, entkernen und mit etwas Zitronensaft beträufeln. Walnusskerne nach Lust und Laune in etwas Zucker karamellisieren lassen oder einfach so unter die Birnen heben. Wer mag, kann die Birnen mit 1 EL Stärke bestäuben - das bindet später etwas den Saft. Muss aber nicht sein - ich habe es diesmal gelassen und der Kuchen ist dennoch fabelhaft geworden ;)

Nach ca. 1/2 Stunde den Teig aus dem Kühlschrank befreien und 2/3 davon in eine mit Backpapier ausgelegte Springform drücken. Dabei einen ca. 3 cm hohen Rand ziehen.
Birnen auf den Teig setzen, Walnusskerne gleichmäßig verteilen und mit Flower-Power bestäuben. Nun das restliche Drittel Teig sowie das Marzipan in groben Streuseln auf die Birnen zupfen.

Den Kuchen bei 180°C ca. 50 min. im Ofen parken. Die Streusel sollten eine goldbraune Farbe annehmen, dann ist der Kuchen fertig.

Dauer: 10 min. Teig kneten + 30 min. vor dem Kühlschrank warten + 50 min. vor dem Ofen warten = wenig Aufwand für vieeeel Geschmack

Ergibt 1 Springform mit 26cm Durchmesser

 





Freitag, 11. Dezember 2015

{Weihnachtsbäckerei} Rosmarin-Heidesand



Während Herr Fuchs in diesem (wie auch schon im vergangenen) Jahr total auf die Bethmännchen steht, bekomme ich einfach nicht genug von den raffinierten Rosmarin-Heidesand-Plätzchen. Auch dieses Rezept stammt im Ursprung aus dem Buch VEGAN X-MAS (vielleicht ja etwas für den eigenen Weihnachtswunschzettel?) und wurde bereits zweimal nachgebacken, weil die erste Portion leider vieeeel zu schnell leer war.

Die Plätzchen sind schön mürbe und eher fest, haben dank Rosmarin und Zitrone ein wunderbares Aroma und kommen auch ohne das Fleur de Sel aus dem Originalrezept aus.

Man nehme...
150 g Feinzucker
etwas Vanillepulver (alternativ 1 TL Vanillezucker)
200 g Alsan, zimmerwarm
300 g Mehl
1/2 TL Salz (Fleur de Sel oder anderes)
2 TL frischer Rosmarin, gehackt
Schale 1 Bio-Zitrone
4 EL Haferdrink

TIPP: Am besten sofort das Rezept verdoppeln und statt ca. 50 Stück direkt 100 Stück backen!


150 g Zucker, Vanillepulver, Alsan, Mehl, Zitronenabrieb, Haferdrink, Salz und fein gehackten Rosmarin mit den Händen rasch zu einem glatten Teig verkneten.
In Frischhaltefolie einschlagen und mindestens 1h im Kühlschrank parken. Ich bereite den Teig aber auch gerne am Vorabend zu und backe die Plätzchen einen Tag später.

Den Backofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen und den Teig aus dem Kühlschrank holen. Auf einer bemehlten Arbeitsplatte zu zwei Rollen á ca. 40 cm Länge ausrollen. Ca. 30 g Zucker auf die Arbeitsfläche streuen und die Teigrollen darin wälzen.
Die Rollen wieder in Frischhaltefolie wickeln und weitere 30 min. kaltstellen.
Nun Stücke von ca. 1 cm Breite abschneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Dabei genug Abstand lassen, da die Heidesandplätzchen auseinanderlaufen.

Ca. 15 min. backen und dann auskühlen lassen. Luftdicht aufbewahrt halten sich die Plätzchen eigentlich recht lange - geschmacklich sind sie jedoch so gut, dass sie bei mir keine Woche überlebt haben.

Ergibt ca. 50 Heidesand

Mittwoch, 9. Dezember 2015

{Weihnachtsbäckerei} 1.000 Bethmännchen für Herrn Fuchs



Kennt ihr das?

Man steht stundenlang in der Küche, backt unzählige unterschiedliche Weihnachtsplätzchen, sticht Plätzchen aus, verziert sie aufwändig mit Zuckerguss - und am Ende wird doch nur diese eine, ganz bestimmte Sorte verputzt?!

So ging es mir in diesem Jahr einmal mehr mit Herrn Fuchs und seinem schier unstillbarem Verlangen nach Bethmännchen! Die Bethmännchen habe ich bereits im vergangenen Jahr gebacken: das Rezept stammt aus dem Buch VEGAN X-MAS von Stina Spiegelberg und kam wieder ausgezeichnet beim kritischen Fuchsmann an.

Im nachfolgenden Rezept habe ich die Zutaten direkt verdoppelt und somit eine gut gefüllte, ca. 16 cm Durchmesser große Plätzchendose produziert.

Man nehme...
400 g Marzipan
2 EL Stärke
120 g Mehl
100 g Puderzucker
4 EL Haferdrink

120 g blanchierte und abgezogene Mandeln
etwas Hafercuisine oder Haferdrink

Das Marzipan grob hacken, Mehl, Stärke und Puderzucker darübersieben und den Haferdrink zugeben. Mit den Händen zu einer glatten Masse verkneten - eventuell noch 1-2 EL Haferdrink zugeben.

Die Mandeln mit einem sehr scharfen Messer längs halbieren und beiseite legen.

Nun die Marzipanmasse zu gleichgroßen Kugeln formen - insgesamt werden es ca. 50 - 60 Stück. Jede Kugel mit 3 Mandeln spicken, mit etwas Hafer cuisine bestreichen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.

Bei 170°C Ober-/Unterhitze ca. 15 min. lang backen bzw. so lange, bis die Mandeln sich gold-braun verfärben.

Ergibt ca. 60 bethende Männchen


Sonntag, 6. Dezember 2015

{Sport} Mein erster Marathon (Frankfurt Marathon) - Teil V

Warum ich nach meinem ersten Halbmarathon im Mai dachte, dass ich den Marathon NICHT schaffe, lest ihr in Teil I. Wie ich dieses Gefühl überwand, lest ihr in Teil II. Meinen Start lest ihr in Teil III und in Teil IV könnt ihr erfahren, wie ich meinen ersten Marathon finishe.

Da habe ich doch glatt meinen ersten Marathon beendet - und das nur 13 Monate, nachdem ich erstmals in meinem Leben gejoggt bin!

Mit meiner Zielzeit von 04:39:31 bin ich durchaus zufrieden, kann aber dennoch sagen, dass ich einiges gelernt habe und die Tipps meiner Tante ein bisschen modifizieren kann:

Starte langsam!
Das unterschreibe ich genau so. Ich kam an vielen Läufern vorbei, die zu schnell gestartet sind und daher zwischenzeitlich gehen mussten.
Ich war anfangs aber eher zu zaghaft. Einen Schnitt von teils über 07:00 min./km ist für mich, die ich die 10km im Wettkampf mit einem 05:30er Schnitt laufe, einen Tick zu langsam. Beim nächsten Marathon möchte ich daher langsam starten, aber nicht unter meinen Möglichkeiten bleiben.

Iss genug!
Habe ich gemacht - und doch bekam ich ca. bei Kilometer 7 echte Hungerrast. Und das trotz Frühstücksporridge plus 2 Bananen kurz vor dem Start. Kann sein, dass das bei mir die Nervosität war - richtiges Essen kann ich aber künftig ganz easy im Training üben.

Trink genug!
Was ist genug, was ist zu viel? Das Trinken war bei diesem Lauf mein großes Manko. Insgesamt viermal war ich in den 2 Stunden vor Start, weitere viermal auf der Strecke auf Toilette, weil ich zu viel getrunken hatte. Das kostet Zeit und Nerven! Aber auch das richtige Maß bei den Getränken lässt sich lernen und so werde ich darauf bei den nächsten Trainingsläufen verstärkt achten.

Lauf DEIN Tempo!
Auch diesen Tipp habe ich nicht immer hundert Prozent beherzigt: ich habe mich mehrmals mit Läufern zusammen getan, die unter meinem Tempo liefen. Das tat ich bewusst, aus Angst, zu schnell zu werden. Auch hier darf ich mutiger werden und mehr auf mein Gefühl hören.

Beschleunige frühestens ab Kilometer 30!
Dem ist nichts hinzuzufügen ;)

Insgesamt habe ich den Frankfurt Marathon als Herausforderung erlebt, die ich jedoch gut meistern konnte. Die Medaille habe ich mir natürlich gravieren lassen - so wie es nach dem ersten Marathon sein soll ;)

Mittwoch, 2. Dezember 2015

{Weihnachtsbäckerei} Feigen und Datteln in Plätzchenform


Diese Plätzchen haben mich so vom Hocker gehauen, dass ich gleich nach der ersten Runde das doppelte Rezept noch einmal backen musste! Das Grundrezept mit Feigen stammt aus dem Buch VEGAN X-MAS von Stina Spiegelberg und wurde von mir um eine Variante mit Datteln anstatt Feigen bereichert. Die Dattelplätzchen finde ich geschmacklich sogar noch runder - beide Varianten gehören in diesem Advent aber zu meinen Lieblingsplätzchen!

Man nehme...
300 g Mehl
140 g Zucker
1 Prise Salz
1 Prise Vanillepulver (z.B. aus der Vanillemühle. Alternative: 20 g Zucker durch Vanillezucker ersetzen)
200 g zimmerwarme Margarine
4 EL Haferdrink
3 getrocknete Feigen
4 getrocknete Datteln

5 EL Puderzucker
1 TL Zimtpulver

Für den Teig verknete man Margarine mit Mehl, Zucker, Salz, Vanillepulver und Haferdrink. Dann den Teig halbieren und jeweils unter eine Hälfte feingehackte Datteln bzw. Feigen kneten.

Hände bemehlen und jede Teighälfte zu einer Rolle formen. Davon ca. 50 Stücke abschneiden und aus diesen Stücken kleine Kugeln formen. Auf ein Backblech setzen und bei 170°C Ober-/Unterhitze jeweils ca. 12 min. backen.

Derweil den Puderzucker und den Zimt mischen. In eine flache Schüssel sieben und die noch warmen, frisch gebackenen Plätzchen darin wälzen.

Vollständig auskühlen lassen und in einer schicken Dose verwahren.

Ergibt ca. 100 Plätzchen

 


Sonntag, 29. November 2015

{Sport} Mein erster Marathon (Frankfurt Marathon) - Teil IV

Wie es mir seit meinem letzten Halbmarathon erging, erfahrt ihr in Teil I. 
In Teil II habe ich über mein Training berichtet und in Teil III lest ihr, wie es mir die ersten 35 km ging.

Auf der Strecke ab Kilometer 25 überholte ich immer wieder Läufer, die die goldene Regel meiner Tante scheinbar nicht befolgt hatten (Starte langsam!). Wer zu schnell gestartet war, wurde ab Kilometer 20/25 deutlich langsamer und musste streckenweise gehen oder manchmal sogar abbrechen.

Für mich waren die "Geher" auf der Distanz zwischen Kilometer 30 und 35 eine große Herausforderung: Ich konnte sie so gut verstehen und wäre nur allzugerne stehen geblieben oder auch gegangen! Doch ich hatte Angst, dass ich dann nicht mehr hätte weiterlaufen können - und so lief ich weiter, fraß Meter um Meter, Kilometer um Kilometer. Und hatte stets meine Tante bei mir.

In den quälenden Minuten auf dem Frankfurter Asphalt, in denen ich zweifelte, ob ich die 42 km wirklich schaffen kann, war sie an meiner Seite. Wann immer ich ans Aufgeben dachte, sah ich sie vor mir: groß, schlank, sportlich, viel zu bescheiden und immer motivierend.

Und ich gab nicht auf. Ich lief weiter und ließ irgendwann auch den älteren Mann, der mich 5km gezogen hatte, hinter mir. Kilometer 36 flog an mir vorbei und plötzlich waren meine Schmerzen weg. Langsam beschleunigte ich wieder und fand in mein Wohlfühltempo zurück. Bei Kilometer 40 musste ich ärgerlicherweise noch einmal auf eine Toilette (Trink genug!), war danach aber in der Lage, die letzten beiden Kilometer mit einem Schnitt von 05:35 min./km zu laufen!

Ich flog nur so durch die Frankfurter Innenstadt, immer vorwärts, immer weiter! Näher und näher kam die Frankfurter Festhalle und bei Kilometer 41 konnte ich sogar noch Daniel und Kathrin, die den Blog bevegt betreiben, ein drittes Mal an diesem Tage entdecken und ihnen zuwinken.

Kurz vor dem Ziel entdeckte ich mein Geschwisterkind, das extra für mich nach Frankfurt gekommen war, um meinen Zieleinlauf zu erleben - das war ein tolles Gefühl!

Ins Ziel lief ich mit Tränen in den Augen und meiner Tante gedanklich an der Hand.

Ich habe es geschafft.
Ich bin innerhalb von 13 Monaten vom absoluten Laufanfänger zum Marathon-Finisher geworden!


Was ich aus meinem ersten Marathon gelernt habe, lest ihr im letzten Teil der Serie.

Sonntag, 22. November 2015

{Sport} Mein erster Marathon (Frankfurt Marathon) - Teil III

Wie es mir seit meinem ersten Halbmarathon im Mai erging, erfahrt ihr in Teil I. Und wie es weiterging, in Teil II.

Am Morgen des Marathons stand ich obszön früh auf, um noch eine schnelle Runde mit Keno zu gehen. Herr Fuchs war an diesem Wochenende leider nicht da, sodass ich ganz auf mich gestellt war.

Schadete aber auch nicht, da ich so in aller Ruhe meinen Morgen vor dem großen Lauf genießen konnte. Ich holte I. ab und gemeinsam fuhren wir mit dem Zug in die Frankfurter Innenstadt. Dort waren schon sehr viele Läufer/innen und Zuschauer/innen, obwohl wir um 08:00 Uhr morgens und somit rund 2 Stunden vor Start eintrafen.

So hatten wir jedenfalls genug Zeit, die Kleiderbeutel abzugeben, noch einmal (oder - wie in meinem Falle - viermal) pinkeln zu gehen. Ich mampfte noch zwei Bananen (Iss genug!) und trank noch ein bisschen Wasser (Trink genug!), das viel zu schnell zu Neige ging. Glücklicherweise war dann schon Startzeit und wir begaben uns in unsere Startblöcke.

Die ersten 5 Kilometer lief ich mit einem Lauffreund von I., von dem ich wusste, dass er deutlich langsamer läuft als ich (Starte langsam!). Mit ihm lag ich ca. im Bereich von 7 min./km (meine Zielzeit lag bei ca. 06:30 - 06:45 min./km auf die Gesamtstrecke gesehen) und konnte so sehr entspannt starten.

Nach Kilometer 5 musste ich mich dann allerdings lösen, da ich merkte, dass ich schneller wollte und konnte. Also steigerte ich mein Tempo allmählich und traf schließlich einen Läufer, der ca. 06:30 min./km lief. Er war über und über bepackt mit Energiegels und Trinkflaschen, war aber sehr nett und froh über eine Laufbegleitung. Also lief ich ein bisschen mit ihm und unterhielt mich mit ihm. Ab Kilometer 20 jedoch merkte ich, dass ich eigentlich etwas schneller werden will (Lauf DEIN Tempo!). Dennoch bremste ich mich weiter, da ich auf keinen Fall zu früh meine Energie verschießen wollte (Beschleunige erst ab Kilometer 30!).

Ab Kilometer 25 jedoch löste ich mich schließlich von ihm und lief in meinem Tempo weiter. Währenddessen war ich schon zweimal auf Toilette gewesen, was bis zum Ende des Laufes auf ganze viermal(!!!) ansteigen sollte (Trink genug!). Da hatte ich den Tipp zu wörtlich genommen und bin damit schon bei meiner ersten Erfahrung und was ich künftig korrigieren möchte. ;)

Ich aß weiterhin an jeder Verpflegungsstelle etwas Banane und nahm meist auch ein Energiegel, trank artig mein Wasser und gelegentlich auch etwas Isotonisches. Die Verpflegung war ausgezeichnet und mehr als ausreichend!

Ab Kilometer 28 wurden die Schmerzen in den Füßen, die ich seit Kilometer 22 hatte, schier unerträglich. Ich spürte jeden harten Aufprall auf dem Frankfurter Asphalt und lief merklich langsamer. Die Muskeln waren nicht das Problem, mir schmerzten jedoch die Knochen. "Einen Marathon läuft man im Kopf!", ging es mir durch selbigen und ich musste mich zeitweise sehr zusammenreißen, nicht zu gehen.

Um Kilometer 30 herum sprach ich dann einen älteren Mann an: "Hören die Schmerzen eigentlich auch noch einmal auf?" Er lachte trocken, sagte, das sei sei 20. Marathon und nein, die Schmerzen hörten nie auf. Wir unterhielten uns eine ganze Weile und ich lief Kilometer 30 - 35 mit 07:00 min./km und an seiner Seite.


Ob ich im Ziel ankomme erfahrt ihr nächste Woche in Teil IV.




Freitag, 20. November 2015

{Rezension} Das vegane Familienkochbuch




1.) Die harten Fakten
Das vegane Familienkochbuch von Jasmin Hekmati erschien unlängst bei ars vivendi. Gesunde Lieblingsgerichte für Groß und Klein verspricht der Untertitel des großformatigen Hardcover-Kochbuches. Das Eingangskapitel 1.000 Fragen und (k)eine Antwort, in dem die Autorin ihre Beweggründe für eine vegane Ernährung vorstellt, ist ebenso wie das Vorwort Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht dem Rezeptteil vorgeschaltet. Dieser wiederum gliedert sich in die thematischen Kapitel
Der perfekte Start in den Tag - Frühstücken wie ein Kaiser
Auf die Hand - Schmeckt zu Haus und unterwegs
Heiß und knackig - Suppen und Salate
Wir haben Hunger, Hunger, Hunger! - Hauptgerichte
Für süße Zuckerschnuten - Desserts und Gebäck
Grundrezepte.



2.) Die Rezepte
















Auf die Rezepte des Buches war ich besonders gespannt, da ich mir Gerichte versprach, die sich fix in den Alltag integrieren lassen. Zwar gibt es derzeit keinen fuchs-schulz'schen Nachwuchs, aber Herr Fuchs und ich sind beide gute Esser und Zeit zum kochen ist viel zu oft viel zu knapp.

Den Start mache das Happy-Day-Porridge, das ich als alter Porridge-Hase natürlich umgehend testen musste. Ich nahm die Hälfte der Portion (also genug für 1 kleinen und 1 großen Esser) und wurde davon gut satt. Geschmeckt hat es auch! Ebenfalls lecker war der Nuss-Käse, den es bei mir zu einer Portion Spaghetti mit frischen Tomaten gab, den werde ich allerdings nicht noch einmal machen: ich brauche einfach keinen Käse(ersatz) zu Nudeln oder Pizza, sodass dieser "Käse" keinen Einzug in meine Küche halten wird.
Ganz anders die Pasta mit Brokkoli und Basilikum-Pesto. Mit hausgemachtem Pesto und knackigem Brokkoli konnte sogar der antigrüngemüsige Herr Fuchs überzeugt werden, seinen Brokkoli zu essen.
Gigantisch lecker war schließlich das Gulasch nach ungarischer Art. Kocht es unbedingt nach - es schmeckt sooooo gut!!!
Auch die Moussakasagne - eine Mischung aus dem griechischen Moussaka und der italienischen Lasagne - hat uns voll überzeugt. Übrigens ein perfektes Resteessen und daher auch als familientauglich anzusehen.

Die Rezeptseiten sind übersichtlich aufgebaut und bieten neben einer Zeitangabe eine Übersicht der Zutaten, um "2 kleine und 2 große Esser" satt zu machen.
Nahezu jedem Rezept ist ein eigenes, seitenfüllendes Foto zugeordnet. Die Bilder sind ganz im Sinne des Buchtitels designt: hier streckt sich eine Kinderhand gen Pfannkuchen, dort hält ein Spielzeugteddy einen Löffel fest, anderswo finden sich vergessene Legosteine auf dem Tisch. Dadurch wird eine familiäre Szenerie erzeugt, die eine erfrischende Abwechslung in der sonst doch sehr ähnlich anmutenden Kochbuchfotografie bietet. Manchmal wirken die Kompositionen für meinen Geschmack etwas zu gewollt, aber sei es drum. 






3.) Fazit
Das vegane Familienkochbuch hat mich vollends überzeugt: Es bietet vegane, familientaugliche Gerichte und eignet sich daher auch hervorragend als Anschaffung für Veganinteressierte oder Veganneulinge. Sicher wird hier das Rad nicht neu erfunden und es finden sich keine gourmettauglichen High-Class-Rezepte. Dennoch lohnt sich ein Blick ins Buch oder ein Griff zu selbigem im Buchladen. Es avanciert gerade zu einem meiner Kochbuchlieblinge, da man es wirklich jedem guten Gewissens empfehlen kann - vor allem, weil die ausprobierten Gerichte geschmacklich wirklich gut waren.


Vielen Dank an ars vivendi, der mir das Buch kostenfrei zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Mittwoch, 18. November 2015

{Rezept} Apfelkuchen mit Zimtstreuseln



Vergangenen Sonntag lud mein Geschwisterkind zum Geburtstagsfrühstück in die alte Heimat ein und natürlich folgten Herr Fuchs und ich dem Ruf. Meine Eltern sorgen immer vor: neben einer großen Käseauswahl für alle anderen (meine Eltern und das Geschwisterkind sind seit einer halben Ewigkeit Vegetarier) stehen immer zahlreiche Marmeladen, Aufstriche, Obst und Gemüse für mich bereit. Statt Butter kaufen meine Eltern zudem seit ca. einem Jahr nur noch Alsan, nachdem ich diese Margarine mal dabei hatte.

Dennoch oder gerade deswegen wollte ich einen Kuchen mitbringen. Und da es nicht immer Schokokuchen (für Herrn Fuchs und meinen Papa Mr. Call) oder etwas mit Nüssen (für Mama) geben soll, buk ich samstags fix einen schnellen Apfelkuchen nach einem Rezept vom laubfresser-Blog.

Der Apfelkuchen war saftig, die Streusel zimtig-knusprig und alles in allem war der Kuchen ruckzuck fast komplett verspeist. Meine Mama stellte kopfschüttelnd fest, dass meine Kuchen immer (fast) leer werden, obwohl wirklich reichlich zu essen da ist. Das ist natürlich ein tolles Kompliment und zeigt, dass veganes Backen oft auf Gegenliebe stößt!

Man nehme...
...für den Teig
200 g Mehl
125 g kalte Margarine
50 ml Wasser
2 EL Zucker
1 Messerspitze Backpulver

...für die Streusel
150 g Mehl
80 g Margarine
6 EL Zucker
1 TL Zimt

...für dazwischen
4-5 große Äpfel (750 g)
7 EL Apfelmus

Zunächst werden alle Teigzutaten rasch miteinander verknetet. Dazu schneidet man vorab die Margarine am besten in ca. würfelzuckergroße Stücke. Den Teig anschließend in Folie wickeln und ca. 1 h im Kühlschrank parken.

Die Streuselzutaten ebenfalls verkneten und neben dem Teig kalt stellen.

Nach der Kühlzeit die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden.

Den Teig in eine gefettete und mit Backpapier ausgekleidete Springform drücken und einen Rand ziehen. Nun die Apfelscheiben auf den Teig geben und mit dem Apfelmus bestreichen.
Zum Schluss den Streuselteig aus dem Kühlschrank holen und großzügig über die Äpfel zupfen.

Bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 40 min. im Ofen parken. Wenn die Streusel nach der Zeit so gar nicht goldbraun werden wollen, einfach auf Umluft schalten und wenige Minuten weiterbacken. Dann aber unbedingt dabei bleiben, weil die Streusel sonst schnell zu dunkel werden können.



Dauer: 20 min. reine Arbeitszeit + 1 h kühlen + 45 min. Ofenarbeit = ca. 2 h bis zum warmen, duftenden Apfelkuchen

Ergibt 1 Springform mit 26cm DM

Sonntag, 15. November 2015

{Sport} Mein erster Marathon (Frankfurt Marathon) - Teil II

Wer wissen will, wie es mir trainigstechnisch seit Mai erging, erfährt das in Teil I.


Anfang August zogen Herr Fuchs, die Katertiere, Keno und ich in ein verschlafenes Nest im vorderen Taunus. Dort lernte ich I. kennen, den ich zuvor nur vom Schreiben aus einer Laufgruppe bei Facebook gekannt hatte. Und schwupps, lief ich regelmäßig mit ihm.

Ich war wieder frohen Mutes und nach einem Monat gemeinsamen Trainings sah ich eine reelle Chance, den Marathon doch noch zu laufen. Wir nahmen gemeinsam an kleineren Laufveranstaltungen teil und ich wurde einmal bei einem Halbmarathon zweite in meiner Altersklasse (es nahmen allerdings auch nur 4 aus meiner AK teil ;) ) und einmal erste Frau bei einem 10-km-Lauf. Das motivierte mich ungemein, weiter zu trainieren!

Zugegeben: Ich schenkte mir die Traininsgpläne. Ich lief mit I. mit, wann immer es ging, lief einen 30km-Lauf alleine (und mit I. einen 32-km-Lauf), sparte mir Intervalltraining, Fahrtenspiele, etc. pp. Die Ausdauer musste verbessert werden, die Zeit war mir erstmal egal.

Irgendwann merkte ich, dass ich mich automatisch in der Zeit verbessert hatte. Laufen fiel mir plötzlich nicht mehr schwer, sondern es machte Spaß. Und manchmal sogar glücklich. Ich lief regelmäßig viermal wöchentlich, meist um die 50 km pro Woche. An manchen Tagen quälte ich mich in meine Laufschuhe, an anderen konnte ich es kaum erwarten, sie endlich anzuziehen. Glücklicherweise überwogen die guten Tage, sodass das Laufen schnell wieder zu dem festen Teil meines Alltags wurde, das es vor der zweimonatigen Verletzungspause eingenommen hatte.

In diesen Tagen und Wochen vor dem Marathon sprach ich oft mit meiner Tante. Sie lief jahrelang Marathon, oft mehrere im Jahr, und das, obwohl sie erst mit Ü40 das Laufen für sich entdeckte. Sie gab mir die Tipps, die mich schließlich durch den Marathon begleiten sollten:
Starte langsam!
Iss genug!
Trink genug!
Lauf DEIN Tempo!
Beschleunige frühestens ab Kilometer 30!

Kurz vor dem Event telefonierten wir noch einmal und sie sagte:
"Frau Schulz, ich laufe ab Kilometer 30 mit dir!"
Ich wusste, was sie meinte: Sie würde ab Kilometer 30 im Internet verfolgen, wie ich laufe. Wo ich gerade bin. Und in Gedanken und im Herzen ganz nah bei mir sein.

Am Tag vor dem Marathon war ich mit I. und einem weiteren Läufer (und gefühlt 10.000 weiteren Sportlern) auf der großen Marathon-Messe in Frankfurt. Wir holten unsere Startunterlagen ab, shoppten ein bisschen Läuferkram und ließen uns von der Stimmung anstecken.

Nachmittags fuhren wir wieder gen Heimat und ich verschlang abends guten Gewissens einen riesigen Teller Nudeln. Ok, es waren drei riesige Teller Nudeln! Dazu gab es meine liebste "Ich-bin-zu-faul-selbst-eine-Tomatensauce-zu-kochen"-Sauce, eine warme Katze auf dem Bauch und "Schlag den Raab" im Fernsehen.


Wie der große Tag schließlich gelingt, erfahrt ihr kommende Woche in Teil III.

Dienstag, 10. November 2015

{Vegan Wednesday} Hier wird gesammelt

Nach einer gefühlten Ewigkeit sammle ich heute endlich mal wieder die veganen Leckereien, die es bei euch am Mittwoch so gibt. Die Regeln habe ich unten noch einmal für euch zusammengefasst!

Ich bin schon sehr gespannt, ob ihr bereits im vorweihnachtlichen Plätzchenmodus oder noch in der herbstlichen Kürbiszeit steckt ;)

Die Regeln


Wie kann ich mitmachen?
Jede Woche wird auf dem Blog eines Vegan Wednesday-Bloggers ein Sammelbeitrag veröffentlicht, in den Kommentaren könnt ihr bis Samstag Abend euren Beitrag verlinken. Je zwei Bilder pro Beitrag werden ausgewählt und gepinnt.
Wer aktuell sammelt erfahrt ihr jeden Dienstag auf unserer Facebook-Seite.

Was sollte mein Post beinhalten?
Wir möchten euer veganes Alltagsessen der vergangenen Woche sehen! Ansonsten ist alles erlaubt: Themenposts, Rezepte, Tagesabläufe,... eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, aber: vegan muss es sein!

Wer mehr erfahren möchte, schaut hier vorbei oder besucht unsere facebook-Seite.

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Übrigens:
Derzeit planen wir vom Vegan-Wednesday-Team einen Relaunch Anfang Januar. Daher wird es erst am Ende des Jahres ein großes Pinterest-Board mit allen bis dahin eingegangenen Beiträgen geben. Gesammelt wird weiterhin wöchentlich bei Cara, Petzi, Cookie, Regina oder mir.

Sonntag, 8. November 2015

{Sport} Mein erster Marathon (Frankfurt-Marathon) - Teil I

Diesen Mai lief ich meinen ersten Halbmarathon in meiner damaligen Heimatstadt Mainz und war nach diesem Erlebnis derart euphorisiert, dass ich mich prompt zum Frankfurt-Marathon am 25.10.2015 anmeldete.

Leider hatte ich da die Rechnung ohne meine Gesundheit gemacht: Dank des fuchs'schen Gewichts, das während einer Rumalberei auf meinen linken Knöchel krachte, quält mich seit Mitte April ein enervierender Schmerz im Knöchelbereich. MRT und Besuch beim Orthopäden brachten nichts außer einer Sehnenentzündung auf dem linken Fußspann. Diese wiederum sorgte dafür, dass ich im Sommer zwei Monate gar nicht laufen konnte, da ich keine Schnürschuhe tragen konnte.

Ich sah den Marathon schon entgleiten - wie nur sollte ich darauf trainieren, wenn ich lediglich Flip-Flops am Fuß ertrug?!

Endlich, Mitte Juli, wurde es langsam wieder besser. Die Schmerzen im linken Knöchel waren (und sind) leider noch immer da, allerdings war die Sehnenentzündung endlich abgeklungen, sodass ich langsam wieder mal 5km laufen konnte. Im Juli. 3 Monate vor meinem ersten Marathon.

Ich begann mich mit dem Gedanken anzufreunden, meinen Startplatz zu verkaufen. Es sollte wohl in diesem Jahr einfach nicht sein. Und ich wollte meinen ersten Marathon unbedingt genießen.

Vielleicht hatte ich auch einfach zu viel gewollt:
Ich laufe erst seit September 2014, habe davor nicht einmal Laufschuhe besessen. Seit November 2014 rauche ich nicht mehr und kann seitdem regelmäßiger und freier trainieren. Aber ich laufe gemütlich, in meinem Tempo. Ohne Uhr und sonstigen technischen Kram.
Vielleicht reichte das einfach nicht für den Marathon...


Wie es weitergeht, könnt ihr am Sonntag in Teil II erfahren!



Freitag, 6. November 2015

{Rezept} Schwedische Sonntagsbrötchen



Herr Fuchs und ich lieben es, sonntags ausgiebig zu frühstücken. Ok, ich korrigiere: ICH liebe es, sonntags ausgiebig zu frühstücken. Da ich allerdings ungern nur für mich den Tisch vollpacke, ist die fuchs'sche Anwesenheit der perfekte Vorwand, richtig groß aufzutischen!


Mindestens 4 Sorten Marmelade, ebenso viel Aufstrich, dazu veganer Aufschnitt, frisches Obst und Gemüse gleichen mein sonst immergleiches Alltagsfrühstück aus. Dazu gibt es (wenn es schnell gehen muss) Aufbackbrötchen oder (viel häufiger!) selbstgebackene Brötchen. Und da haben es mir insbesondere die schwedischen Sonntagsbrötchen angetan!

Das Rezept habe ich bei Chefkoch gefunden und schon mindestens zehnmal erprobt. Die Brötchen schmecken einfach herrlich, sind von der Konsistenz her ein bisschen wie ein Hefezopf und können ganz einfach zubereitet werden!

Man nehme...
250 g Mehl
50 ml Rapsöl
100 - 125 ml lauwarmes Wasser
1/2 EL Zucker
Prise Salz
1/2 Würfel frische Hefe

Alle Zutaten mit dem Handrührgerät oder den Händen zu einem geschmeidigen Hefeteig verarbeiten - das dauert ca. 10 Minuten. Mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort ca. 1 h gehen lassen.

Den Ofen auf 200°C vorheizen.

Wenn sich der Teig ca. verdoppelt hat, einfach mit zwei Löffeln 8 Brötchen abstechen und auf ein mit Backpapier dekoriertes Blech legen.

Man kann die Brötchen nun noch mit einer Schere einschneiden, sodass oben "Zipfel" entstehen. Man kann sie mit Wasser beträufeln und dann Chiasamen, Sesam, Mohn o.ä. über sie rieseln lassen. Oder man schiebt sie einfach "nackig" in den Ofen und zieht sie nach 10-15 min. wieder heraus.

Kurz auskühlen lassen und am besten noch ofenwarm genießen!

Dauer: 10 min. Teig kneten + 1 h Geduld + 15 min. Backzeit = knapp 1,5 h bis zum Brötchenduft im Esszimmer

Zusammen is(s)t man weniger allein 

Dienstag, 3. November 2015

{Rezept} Gulasch nach ungarischer Art

Ich liebe einfaches Essen, das blitzschnell zubereitet ist und dennoch geschmacklich voll und ganz überzeugen kann! Daher bin ich ein Fan von Eintöpfen, Suppen oder anderen Zubereitungsarten, bei denen möglichst viel in einem Topf herumgerührt wird, um anschließend ein dampfend-heißes Gericht zu verspeisen.


Gulasch fällt genau in diese Kategorie und so finden sich bspw. der Szegediner Auberginen-Gulasch und der Kartoffelgulasch bereits als erprobte und liebgewonnene Rezepte auf dem Blog. An eine vegane Variante des klassischen Gulaschs mit Soja- oder Seitanschnetzeln habe ich mich bislang allerdings nicht gewagt, gleichwohl ich dies immer schon einmal ausprobieren wollte.

Als ich daher vor kurzem "Das vegane Familienkochbuch" aufschlug, war sehr schnell klar, welches Rezept ich UNBEDINGT nachkochen muss: Gulasch ungarischer Art.

Man nehme...
70 g Sojagulasch (ich habe getrocknete Sojaschnetzel genommen)
300 g Zwiebeln
2 rote Paprika
2 EL Kokosöl
3 Knoblauchzehen
500 g gehackte Tomaten aus der Dose
3 EL getrockneten Majoran
1 TL Rohrzucker
Salz, Paprikapulver rosenscharf, Pfeffer

Die Sojaschnetzel mit kochender Brühe übergießen und ca. 15-20 min. quellen lassen. Danach sehr gut ausdrücken und nach Bedarf in mundgerechte Streifen schneiden.

Derweil die Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden. Paprika putzen, vierteln und ebenfalls in Streifen schneiden.

Kokosöl in einem großen Topf erhitzen und ausgedrückte Sojaschnetzel, Zwiebeln und Paprika darin ca. 15 min. rösten, bis alles gebräunt ist. Knoblauchzehen schälen und in den Topf pressen. Nun die restlichen Zutaten zugeben und alles verrühren. Alles aufkochen lassen, Deckel drauf und mind. 45 min. köcheln lassen.

Abschmecken und mit Salkartoffeln, Bratkartoffeln, Spätzle, o.ä. servieren.


Das Gulasch schmeckt am nächsten Tag noch besser!

Dieses Gericht steht und fällt mit der Gründlichkeit, die ihr beim Sojaschnetzel-Pressen an den Tag legt: Wer zu wenig presst, bekommt lapprige Streifen. Wer ordentlich presst und die Schnetzel wie beschrieben anbrät, wird mit einer tollen Konsistenz belohnt!

Dauer: 20 min. Schnetzel ziehen lassen + 15 min. Kocherei + 45 min. weitere Kocherei = 1 h 20 min. bis zum ersehnten Gulasch

La Familia





Samstag, 31. Oktober 2015

{Rezept} Veganer Pumpkin Pie

Ich wollte schon immer einen klassisch-amerikanischen Kürbiskuchen backen - und das, obgleich ich zu vorveganer Zeit nie einen Pumpkin Pie aß. Irgendwie geisterte mir aber dieser Kuchen im Kopf herum: saftig stellte ich ihn mir vor, mit einer herrlichen Aromatik und einem ZUsammenspiel von Kürbis, Zimt und mürbem Teig.

Gestern war es dann endlich so weit:
Ich schnappte mir allerlei Zutaten, legte mir ein Sammelsurium an Rezepten zurecht, um dann alle zu verwerfen, und buk schließlich diesen Pumpkin Pie (natürlich vegan). Den Teig drapierte ich in Anklang an Herrn Fuchs' und "mein" Lied "Sie mögen sich" von Käptn Peng.




Man nehme...
...für den Teig
120 g Margarine

270 g Mehl
Prise Salz
50 g Zucker
ca. 5 EL Wasser

Alle Zutaten rasch miteinander verkneten. Im Kühlschrank parken bis die Füllung fertig ist.

...für die Füllung
430 g Kürbispüree*
150 g Kokosmilch**
2 TL Zimt
Prise geriebene Muskat
130 g Rohrzucker
Prise Salz
3 EL Speisestärke, vermischt mit 2 EL Kokoswasser***

Alles mit einem großen Schneebesen vermischen. Probieren und für himmlisch befinden!

Nun den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und 3/4 davon in eine gefettete Tarte-Form drücken. Mit einer Gabel mehrfach einstechen und die Füllung darauf verteilen.

Den Ofen derweil auf 200°C Ober-/Unter-Hitze vorheizen.

Den restlichen Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und nach Lust und Laune entweder Figuren ausstechen oder lange Teigstreifen gitterförmig auf die Füllung legen.

In den Ofen schieben und bei 200°C ca. 40 min. backen.







Vollständig auskühlen lassen und erst nach einigen Stunden anschneiden.  



*Für das Kürbispüree einfach einen Hokkaido in wenig (!!!) Wasser gar kochen. Wasser abgießen und die entsprechende Menge Püree abwiegen und das restliche Püree entweder als Basis für eine Kürbissuppe nehmen, noch einen Kürbiskuchen backen oder einfach ins morgendliche Porridge geben.

**Von der Kokosmilch habe ich nur das Feste oben drauf genommen. Dazu eine Dose Bio-Kokosmilch einfach ohne zu schütteln öffnen und die feste Kokoscreme abschöpfen.

***Das übrige Kokoswasser in der Dose kann man bspw. in den Smoothie geben, einfach so trinken oder in einem Kuchenteig verbacken. Am besten füllt man es in eine saubere Glasflasche und bewahrt es bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank auf. Hält sich bis zu 3 Tagen.


Dauer: 10 min. Füllung basteln + 10 min. Teig vorbereiten + 40 min. Backzeit = 1h bis zum perfekten Pumpkin Pie!

Ergibt 1 große Tarteform voller Pumpkin-Liebe 

Dienstag, 27. Oktober 2015

{Sport} Spartan Race BEAST in Oberndorf/Tirol

In einem Anfall von Wahnsinn habe ich mich nach meinem zweiten Spartan Race in Köln/Wiehl dazu entschlossen, mich auch in den Alpen beim Spartan Race BEAST zu versuchen. Die Motivation war unter anderem, dass man - so man alle drei Rennen der Spartan-Race-Serie in einem Kalenderjahr beendet - eine große Medaille zusammensetzen kann: die Trifecta. Und nachdem ich bereits in München und eben Köln/Wiehl gezeigt hatte, dass ich mich durchbeißen kann will, machte ich mich im September auf den Weg nach Oberndorf in Tirol.

Ich startete den Lauf mit der Freundin, mit der ich schon München bestritten hatte. Da wir beide wenig Lust hatten, vor dem Race 5-6 Stunden Anreise zu haben, übernachteten wir sowohl vor als auch nach dem Race in einer kleinen Pension.
 

Wir schlugen uns also durch den Feierabendverkehr diverser Bundesländer, bevor wir nachts unser Ziel erreichten. Schlags kaputt fielen wir nur noch ins Bett und wurden am 12.09.2015, dem Wettkampftag, mit diesem herrlichen Anblick belohnt.

Verdammt - mir hätte da schon klar sein müssen, wie krass der Lauf wird!

Die Anreise zum Startplatz, der knapp 30 km von unserer Pension entfernt lag, verlief erwartungsgemäß reibungslos und auch ein Parkplatz war schnell gefunden. Die Zeit bis zum Start vertrieben wir uns mit Bananen mampfen (ich) und Dehnübungen machen (ebenfalls ich).
Um kurz nach 12 hievten wir uns schließlich mit klopfenden Herzen in den Startbereich, wohlwissend, dass es jetzt hart werden würde: Der Spartan Race BEAST ist mit mindestens 20 km und mindestens 25 Hindernissen ausgeschrieben. Nach meiner Erfahrung bei den beiden anderen Spartan-Läufen wusste ich aber, dass die ausgeschriebenen Kilometer stets übertroffen werden - die Frage war nur, um wieviel.

Als der Anheizer uns endlich starten ließ, rannten wir mit der ganzen Meute los - und ich war schon vor dem ersten Hindernis die letzte. Das war allerdings nicht weiter tragisch, wusste ich doch, dass ich dank meines Marathontrainings eine gute Grundlagenausdauer hatte und einige der Schnellstarter wieder einholen würde.
Wir dümpelten zunächst ein wenig vor uns hin, sprangen in ein quitschkaltes Schwimmbad (sehr cooles Hindernis), kletterten ein bisschen in den Bergen herum, liefen auf Waldwegen und überwanden ein Baugerüst. Doch auf den Wegen zwischen den Hindernissen merkte ich, dass ich nicht den ganzen Lauf mit meiner Freundin bestehen würde. Sie war eher im Kraftbereich angesiedelt, während ich mich im Ausdauersport übe. Das führte dazu, dass sie sehr schnell gehen musste, während ich noch joggen wollte. Schweren Herzens trennten wir uns daher an der ersten Verpflegungsstelle nach ca. 5km.

Nun war ich auf mich allein gestellt. Mein Schwachpunkt sind nach wie vor Hindernisse, für die man Kraft im Oberkörper braucht. Sehr gut dagegen kam ich mit den teils recht langen Strecken zwischen den Hindernissen klar.

Zunächst liefen wir ein bisschen am Fuße eines malerischen Berges entlang, bis wir dann durch einen Fluss wateten, um auf der anderen Seite zu einem Kanal zu gelangen. Diesen Kanal liefen wir leicht bergauf entlang, dieFüße immer im kalten Gebirgswasser, das durch den Kanal floss. Vorbei ging es an Wiesen und Weiden, immer höher, immer weiter, bis ich schließlich in einem Wald ankam. Im Wald ging es steil bergauf.

Mittlerweile hatte ich wieder Anschluss zu anderen Läufern gefunden, kraxelte also nicht mehr alleine herum, sondern lebte immerhin mit der Hoffnung, dass mich im Falle eines Absturzes jemand retten würde.
Es ging unter Stacheldraht durch - unter vieeeeel Stacheldraht - und dort traf ich zufällig einen Läufer, mit dem ich in Köln/Wiehl einen Großteil der Strecke bewältigt hatte. Wir liefen gemeinsam weiter, immer im Anstieg, immer nach oben.

Die Strecke führte eine Alm hoch und ich musste mich an der nächsten Verpflegungsstelle von dem befreundeten Läufer verabschieden, da ich den Berg schneller hochkraxelte. Ich dankte nicht nur einmal dafür, dass ich regelmäßig laufen gehe - die Distanz gehend zu bewältigen, konnte ich mir einfach nicht vorstellen.

Der schlimmste Abschnitt war sicherlich der, bei dem auf ca. 700 m Strecke rund 150 Höhenmeter kamen - und diesen bergigen Pass kämpften wir Spartaner uns mit einem Sandsack als Gewicht auf den Schultern hinauf. Und auch wieder hinunter. Auf dem Weg nach unten lernte ich S. kennen - wir Spartaner halten zusammen und eine so verquatschte Frau wie ich lernt auf jedem Lauf Gott und die Welt kennen.

Die Hälfte des Laufes hatten wir derweil hinter uns gebracht und fortan lief ich mit S. gemeinsam. Er lief mein Tempo und wir joggten gemeinsam die Strecken zwischen den Hindernissen. Mittlerweile war es spät geworden: von dem erklommenen Berg waren wir wieder herunter geklettert, hatten uns erneut durch den Wald geschlagen, weitere drei Sachen geschleppt (Baumstamm, Eisenkette, erneut ein Sandsack) und hatten ca. Kilometer 20 erreicht. Geschwitzt und fluchend schauten wir auf das Ziel, wohlwissend, dass es noch kilometerweit entfernt war.

Ich hatte vor dem Start auf 23 - 24 Kilometer Gesamtstrecke getippt - und wurde dennoch überrascht. Ca. bei Kilometer 22 ging es nämlich in ein altes Kieswerk. Mit allerlei neuen Hindernissen: Reifenziehen machte davon noch am meisten Spaß - weniger spaßig war es, einen großen Plastikeimer mit nassem (!) Schotter zu füllen und unter den Augen der Streckenposten einmal im Kreis um einen großen Platz zu schleppen.


Doch ich verlor meinen Mut nicht - schließlich bin ich ein Optimist und ich hatte genug Startgeld bezahlt, um dieses Martyrium auskosten zu dürfen ;)

Aus dem Kieswerk raus, ging es erneut unter Stacheldraht durch und endlich Richtung Ziel! Natürlich durften die unvermeidlichen Schlammgruben nicht fehlen und nachdem ich über den letzten Schlammberg gerobbt war, setzte ich zu meinem Sprung über das Feuer an!


Nach sagenhaften 5 Stunden und 58 Minuten Tortur war ich im Ziel - und das bei einer Strecke von 27 (!!!) km.

T-Shirts gab es dieses Mal nur unisex, sodass mir mein Shirt jetzt als Nachthemd dienen kann. Scheinbar haben die Veranstalter so wenige Frauen für die lange Distanz gelistet, dass sich eine frauentaugliche Größe S nicht gelohnt hat.
Die ergatterte Medaille dagegen passt jedem gleich gut und das dritte Medaillendtück schließlich komplettierte meine Trifecta:



Fazit: Der Spartan Race BEAST hat mir von allen drei Läufem am besten gefallen! Es macht einen Heidenspaß, der Zusammenhalt auf der Strecke war wieder goßartig und ich bin einfach rundum zufrieden mit dem Event.
Und scheinbar sind meine Muskeln lernfähig: bereits einen Tag nach dem Lauf konnte ich meine Arme wieder heben - das ging nach den letzten Läufen nicht so schnell ;)
 

Wie ist es mit euch? Mögt ihr Hindernisläufe auch oder könnt ihr damit gar nichts anfangen?



Sonntag, 25. Oktober 2015

{Rezept} "Mixed Bowl" oder: eine Schüssel voller Glück


Vor einiger Zeit bin ich auf den Trend aufmerksam geworden, sein Essen in einer Schüssel anzurichten und als - so es denn aus überwiegend grünen Zutaten besteht - "green bowl" zu bezeichnen. Irgendwie konnte ich mir nicht so recht vorstellen, dass das schmeckt. In einer Schüssel werden bei mir vornehmlich mein morgendliches Porridge, Overnight-Oats, Suppe oder Eintopf serviert. Alles andere landet auf einem Teller, schön ordentlich nebeneinander drapiert und angerichtet.
Verschiedene Komponenten miteinander vermischen fand ich schon immer unangenehm: Ich erinnere mich da allzu gerne an das Geschwisterkind, die ihre Pellkartoffeln immer mit der Gabel zerdrückte, sie dann mit dem Kräuterquark mischte und dieses Gepampe aß. Da grauste es mir, die mit ordentlich geschnittenen Kartoffeln auf der einen und fein säuberlich davon getrenntem Quark auf der anderen Seite des Tellers immer nur ein Kartoffelstückchen nach dem anderen in den Quark tunkte.

Ähnliches lösten die Bilder der - zugegeben sehr hübsch angerichteten - "bowls" in mir aus. Möchte ich etwas gemischt essen, koche ich mir halt eine Suppe oder einen Eintopf.

Doch wie das Leben so ist - irgendwann siegte die Neugierde über meine sorgsam gepflegte, althergebrachte Ablehnung und so warf ich auch alle möglichen Zutaten in eine Schüssel. Und siehe da: es schmeckte herrlich!!!

Ich weiß zwar nicht, ob meine Zubereitungsart im Sinne des Erfinders ist, aber so wird eine prima Möglichkeit daraus, Reste zu vernichten.

Übrigens: für mich gehört mindestens eine warme Komponente dazu - sei es wie in diesem Fall Pfannegemüse oder auch gedämpftes Gemüse wie Brokkoli, etc.

Man nehme...
2 Pellkartoffeln
etwas Basilikumtofu
Rest Ofengemüse (bei mir waren es Karotten)
ein Stück Gurke
1/2 Avocado
1 kleine Zucchini
1 Tomate
1 handvoll TK-Erbsen
Olivenöl
Saft 1/2 Zitrone
Salz & Pfeffer
frische Kräuter (bspw. Minze, Petersilie, Salbei, Basilikum)

Zucchini in Scheiben schneiden und in etwas Olivenöl anbraten. Dann die entkernte und gewürfelte Tomate zugeben, ebenso die TK-Erbsen, und alles so lange braten, bis die Zucchini gar ist. Mit Salz und Pfeffer (und nach Bedarf Currypulver) abschmecken und in eine Schüssel geben.
Derweil nach Lust und Laune die Pellkartoffeln schälen (oder eben nicht), das Ofengemüse aufwärmen (oder eben nicht) und in gefällige Stücke schneiden. Gurke und Avocado aufschneiden, ebenso den Tofu.
Alles hübsch in einer Schüssel anrichten, Avocado mit Zitronensaft beträufeln und mit den frischen Kräutern garnieren.

Essen und staunen, wie lecker dieses Gericht schmeckt, OBWOHL es aus einer Schüssel kommt ;)


Dauer: 5 min. Reste sammeln + 5 min. irgendwas aufwärmen + 5 min. Schüssel bestücken = 15 min. bis zum pfiffigen Resteessen

Singlelicious






Samstag, 24. Oktober 2015

{Rezept} Herbstliche Pilzpfanne



Pilze gehören zu den Lebensmitteln, die ich gerne in großer Zahl zubereite, wenn Herr Fuchs aus dem Haus ist (oder seinen Wunsch nach "Nudeln mit Pesto!" durchgesetzt hat). Irgendwie gibt es was Pilze angeht ja kein Mittelmaß. Ich kenne keinen, der Pilze "ganz ok" findet. Entweder gibt es Pilzverfechter (mich) oder Pilzverächter (Herrn Fuchs).

Diese Pilzpfanne ist aber mehr als meine sonst so innig geliebte Pilzpfanne:
Dank cremiger Avocado bekommt sie Gewicht, die Zwiebeln und der Knoblauch verleihen ihr eine angenehme Würze und für den Frischekick sorgt der grüne Spinat. Das ursprüngliche Rezept könnt ihr in "Vegan quick & easy" nachlesen - noch sieben Tage habt ihr übrigens Zeit, an meinem Gewinnspiel teilzunehmen, bei dem es dieses Kochbuch zu gewinnen gibt!

Man nehme...
2 Schalotten
500 g gemischte Pilze (ich habe mich für Kräuterseitlinge, Champignons, Austernpilze und Pfifferlinge entschieden)
4 Knoblauchzehen
1 Zweig Thymian
3 EL Olivenöl
Saft 1/2 Zitrone
1 Avocado
100 g frischer Spinat
Salz & Pfeffer

Pilze putzen (dabei nur abbürsten, nicht waschen!) und in große Stücke schneiden. Schalotten schälen und vierteln. Knoblauchzehen mit dem flachen Messer andrücken. Thymian ggf. waschen und trocken schütteln und die Blättchen abzupfen.

Eine große Pfanne stark erhitzen, die Pilze dann ca. 1 min. ohne Fett darin anbraten. Dann das Öl hinzugeben und Schalotten, Knoblauch und Thymian ebenfalls zugeben. Die Pilze braun braten und mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft würzen.

Die Avocado halbieren und entkernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale löffeln und in grobe Stücke schneiden.
Kurz bevor die Pilze fertig sind, kann man die Avocado unterheben und mitbraten.

Den Spinat zwischenzeitlich waschen, trockentupfen und kurz vor dem servieren in die Pfanne geben. Alles vermischen und mit einigen Scheiben Vollkornbrot servieren.

Dauer: 10 min. Vorbereitung + 10 min. Bratspaß = 20 min. bis zum neuen Lieblingsessen

Traute Dreisamkeit



Und nun Hand auf's Herz: Seid ihr Pilzverfechter oder Pilzverächter?

Mittwoch, 21. Oktober 2015

{Rezept} Nudeln mit Kürbissauce und krossem Räuchertofu


Dieses Rezept ist für Cookie: Vor gut zwei Jahren fielen Angie und ich bei meinem ersten Wienbesuch spontan bei ihr ein und wurden auf höchstem Niveau bekocht! Im Nu standen Vollkornnudeln mit einer sämigen Kürbissauce und krossen Zucchini-Tofu-Würfeln sowie knusprigem Salbei vor uns und wir saßen staunend vor unseren Tellern, entzückt über das, was wir sahen!

Seitdem habe ich mir eintausend Mal vorgenommen, dieses Gericht nachzukochen - und es neunhundertneunundneunzig Mal nicht geschafft. Völlig zu Unrecht, daher war es an diesem Wochenende so weit: Herr Fuchs und ich hatten Butternusskürbis vom Vortag übrig, was geradezu nach Nudeln mit Kürbissauce rief.

Also schwang ich meinen Kochlöffel, trocknete Salbei, briet Tofu und hatte im Nu ein tolles Abendessen für die fuchs-schulz'sche Familienküche.

Man nehme...
500 g Nudeln
1/2 Butternutkürbis (groß)
etwas Sojacuisine
etwas Gemüsefond
200 g Räuchertofu
1 handvoll frischen Salbei
4 kleine Zweige frischen Rosmarin
4 Zehen Knoblauch
Salz, Pfeffer

Idealerweise hat man ca. 1/2 Kürbis vom Vortag übrig ;) Wer das nicht hat, der halbiere den Butternutkürbis, entferne die Kerne, ritze ihn ein, beträufele ihn mit etwas Öl und Salz und gare ihn so drapiert bei 175° C 30 min. - 40 min. im Ofen. Alternativ nehme man einen kleinen Hokkaido, schneide ihn in dicke Streifen, entkerne ihn zwischendurch und gare ihn bei gleicher Temperatur ca. 20 min. im Ofen.

Den gegarten Butternutkürbis einfach auslöffeln und das Fruchtfleisch in einen Topf geben. Mit etwas Sojacuisine und Gemüsefond anrühren und erhitzen. Anschließend pürieren und so lange Flüssigkeit zugeben, bis eine cremige Sauce entstanden ist. Kräftig abschmecken und bei geringer Hitze warm halten.
Salbei, Rosmarin sowie die ungeschälten Knoblauchzehen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und ohne Fett im Ofen bei ca. 175°C einige Minuten rösten.
Räuchertofu sehr klein würfeln und ohne Fett in einer heißen Pfanne rundum gold-braun anbraten.
Derweil die Nudeln in ausreichend Salzwasser bissfest garen, abschütten und mit etwas Olivenöl begießen.

Nudeln mit der Kürbissauce begießen, Räuchertofu und Kräuter daraufgeben. Die Knoblauchzehen abziehen und auf dem Nudelberg anrichten.


Dauer: 10 min. Nudeln kochen + 10 min. Kleinarbeit = max. 20 min. bis zum perfekten Kürbisresteessen

Traute Dreisamkeit

Montag, 19. Oktober 2015

{Rezension} Vegan quick & easy von Björn Moschinski


1.) Die harten Fakten
Das Buch Vegan quick & easy von Björn Moschinski erschien vor kurzem im Südwest Verlag. Es ist ein schickes Hardcover-Buch, das sich mit der schnellen, veganen Küche auseinandersetzt. Die Rezepte sollen schnell und einfach zubereitet sein, entsprechend wurden auch die Kategorien benannt: Nach kurzem Gruß- und Vorwort folgen die Rubriken Snack-Express, Salat-Express, Suppen-Express, Ofen-Express, Herd-Express sowie Süß-Express. Abgerundet wird das Konzept der einfachen, schnellen Küche durch ein Kapitel zu Vorratshaltung mit guten Tipps, welche Lebensmittel man wie lagern sollte, ein Kapitel zur Warenkunde sowie der Vorstellung verschiedener Garmethoden.

2.) Die Rezepte

Alle Rezepte sollen laut Vorwort "lecker und in 30 Minuten auf dem Tisch!" sein. Dieses Versprechen kommt mir gerade recht, fehlt mir doch derzeit unter der Woche nur allzu oft die Zeit, nach der Arbeit noch lange in der Küche zu stehen und an aufwändigen Gerichten zu feilen.
Die Erfahrung mit allzu vielen veganen Kochbüchern und ihren Zeitangaben lehrte mich allerdings Vorsicht: nur zu gerne werden Vorbereitungszeiten zu niedrig angesetzt - und das sage ich, obwohl ich mich mittlerweile als routiniert in der Küche bezeichnen würde. Umso gespannter war ich nun, ob die Rezepte auch wirklich halten, was Björn Moschinski verspricht!

Als erstes habe ich die Birnenmuffins gebacken. Wunderbar fluffig, fruchtig und tatsächlich unter 30 Minuten gebacken, hielt das Rezept dem kritisch-prüfenden schulz'schen Blick stand.
Die Pilzpfanne schmeckte nach nur 20 Minuten Kochzeit hervorragend und hat das Pontential, mein neues Lieblingsessen zu werden! Für den Hummus mit Minze brauchte ich nicht einmal 15 min., sodass ich in aller Ruhe Rohkost schnibbeln konnte, um auch aus diesem Snack ein vollwertiges Gericht in unter dreißig Minuten zu bekommen. Auch der orientalische Blumenkohl kam in angegebener Zeit auf die Teller und schmeckte sogar Herrn Fuchs, obgleich er sonst nicht unbedingt für reine Gemüsegerichte ohne Soße zu haben ist.
Einzig der ofengebackene Hokkaido mit Füllung kam "erst" nach 35 min. auf den Tisch, wobei die fünfminütige Verspätung meinem Ofen anzulasten ist, der einfach nicht schnell genug gebacken hat ;)

Die Rezeptseiten sind zudem sehr liebevoll gestaltet und fast immer von einem formatfüllenden Bild begleitet. Zudem gibt es zu jeder Zubereitung einen Tipp, wie man das Rezept variieren kann, oder eine nützliche Information am Rande.
Birnenmuffins mit Streuseln
Pilzpfanne mit Avocado
Gebackener Hokkaido mit Couscousfüllung
Hummus mit Minze
Orientalischer Blumenkohl

3.) Fazit
Das Buch Vegan quick & easy hält, was es verspricht: leckere Rezepte, die im Nu auf dem Tisch stehen. Wer nach aufwändigen Zubereitungen sucht, ist hier falsch. Stattdessen gibt es rund 60 alltagstaugliche Rezepte, die durch ihre Aromatik und vor allem die schnelle Zubereitung überzeugen. Zudem sind die Zutatenlisten zumeist kurz gehalten, sodass auch Kochanfänger gut mit den Rezepten zurecht kommen werden. Auch bieten die Rezepte eine tolle Gelegenheit für erste Berührungen mit der veganen Küche, da weitestgehend auf "Ersatzprodukte" verzichtet wird. Stattdessen werden Gemüse und Kräuter raffiniert kombiniert, um einen tollen Geschmack zu erhalten.


Vielen Dank an den Südwest Verlag, der mir das Buch kostenfrei zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.




Das Buch gibt es übrigens noch bis zum 31.10.2015 hier zu gewinnen - macht einfach mit, dann könnt ihr euch vielleicht schon bald selbst von den tollen Gerichten überzeugen :)