Freitag, 13. Februar 2015

{Rezension} Vegan daily von Surdham Göb


1.) Die harten Fakten
"Vegan daily" heisst das neue und mittlerweile dritte Kochbuch von Surdham Göb, das im August 2014 erschien und das Ziel hat, täglich vegane Küche einfach kochbar zu machen. Ohne großes Vorgeplänkel beginnt Surdham schnell mit dem Rezeptteil, was mir an dieser Stelle besonders gut gefällt: Auf einen Katalog von Vorteilen der veganen Ernährung wird ebenso verzichtet wie auf den berüchtigten erhobenen Zeigefinger - das Buch richtet sich somit schon zu Beginn vornehmlich an bereits vegan lebende Menschen oder an Veganinteressierte, ohne den Anspruch zu erheben, Nicht-Veganer von der veganen Kultur zu überzeugen. Die rund 90 Rezepte gliedert Surdham nach Jahreszeiten und unterstreicht so die Idee der regionalen Küche - wobei das Buch keinen unbedingten Anspruch auf Saisonalität erhebt.


2.) Die Rezepte

Das Herz eines jeden Kochbuches sind natürlich die Rezepte und die werden in diesem großformatigen Kochbuch besonders ansprechend in Szene gesetzt: seitenfüllende Fotos begleiten ein jedes Rezept ebenso wie die hilfreichen Symbole, die auf glutenfreie, schnell zuzubereitende, etc. Gerichte verweisen.
Die Einteilung der Rezepte erscheint an mancher Stelle etwas wahllos: So erschließt sich nicht so recht der Sinn, einen Reisbrei (S. 16) mit Obst wie Datteln, Bananen und Orangen dem Frühling zuzuordnen, während der Vanille-Blaubeer-Joghurt (S. 120) mit Bananen und Blaubeeren in den Winter verortet wird. Ich habe mich daher von der Einteilung auch nicht weiter irritieren lassen und bin beherzt durch verschiedene Jahreszeiten und die Gebäckecke getollt. Die Gerichte sehen jahreszeitenunabhängig übrigens dermaßen gut aus, dass eine Entscheidung wirklich schwer fiel - dennoch war schnell klar, dass die indisch angehauchten Kartoffelpaddies (S. 42) mit selbstgemachtem Sambal schleunigst nachgekocht werden mussten! Die Kartoffelmasse mundete mir bereits vor der weiteren Verarbeitung so ausgezeichnet, dass ich knapp die Hälfte einfach zwischendurch naschte, sodass das ursprünglich für vier Personen ausgelegte Rezept ganz knapp für zwei hungrige Esser reichte ;)
Mit den Mengen hatten Herr Fuchs und ich auch bei anderen ausprobierten Rezepten so unsere Probleme: wie genau soll ein Bananen-Shake mit Chocolate Chips UND Erdnussbutter (S. 64) denn bitte für vier Personen reichen, wenn er so fabelhaft schmeckt? Fastentauglich ist das natürlich keineswegs, aber daher testete ich mich auch klugerweise schon vor der fastenzeit durch dieses Buch.. Denn auch die anderen Rezepte brachten keine Besserung: wunderbar saftig und zugleich fluffig kamen der Gugelhupf (S. 170, in Form von Muffins) und der aussergewöhnlich gute Tahin-Schoko-Kuchen (S. 176) daher - dagegen waren die Schokocroissants (S. 54) zu einem Sonntagsfrühstück trotz guten Geschmacks geradezu gewöhnlich! Und da ich nach dem ganzen Süßkram dringend eine gesunde Stärkung benötige, habe ich heute schon den Green Smoothie (S. 34) mit Aloe-Vera zubereitet - schmeckt ebenfalls gut, ist aber halt kein Vergleich zum Tahin-Kuchen ;)


Gugelhupf-Muffins

bester trockener Kuchen seit Langem: Tahin-Schoko-Kuchen

Kartoffelpaddies mit Sambal und Avocado-Tomaten-Salat


 
Bananen-Shake

3.) Fazit

Insgesamt präsentiert Surdham mit diesem Kochbuch ein rundum gelungenes Buch, das neben raffinierten und aufwändigen Rezepten wie den Patate Anna (S. 68) auch absolute Ruck-Zuck-Rezepte wie den Kokos-Chia-Pudding (S. 90) bereit hält. Die Mengen sollte man dem eigenen Bedarf anpassen, Herrn Fuchs und mir reichten die für 4 PAX angegebenen Mengen immer für eine Mahlzeit ;) Die Einteilung der Rezepte nach Jahreszeiten verstehe ich angesichts von Auberginen im Winter (Seitan mit Auberginen, S. 118) und Roter Bete im Frühling (Rote-Bete-Kokossuppe, S. 36) noch immer nicht so recht, allerdings tut dies dem Geschmack nun keinen Abbruch - und wer sich ein wenig mit saisonalen Produkten beschäftigt, findet hier zu jeder Wetterlage das passende Rezept! Besonders gut gefällt mir zudem die übersichtliche Kennzeichnung der Gerichte anhand kleiner Buttons, die dem interessierten Kochtalent auf einen Blick sagen, wieviel Zeit man einplanen sollte und ob das gewählte Rezept zur zucker-, gluten- oder sojafreien Ernährung passt. 


Vielen Dank an den AT Verlag, der mir das Buch kostenfrei zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.

1 Kommentar:

  1. Hey,

    ein wirklich guter Artikel!

    Liebe Grüße,
    Olga

    http://sweetandotherspices.blogspot.de/

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