Mittwoch, 18. März 2015

{Rezension} Sophias vegane Welt von Sophia Hoffmann


1.) Die harten Fakten
Sophia Hoffmann hat mit ihrem Kochbuch "Sophias vegane Welt" bereits im Jahr 2014 ein wirklich zauberhaft hergerichtetes Werk kreiert, das schon beim allerersten Durchblättern Lust auf Kochen, Backen und mehr macht. Die Rezepte sind wunderschön bebildert und Sophias Küche zeichnet sich neben besonderer Farbvielfalt vor allem durch ihre Unkompliziertheit aus: Sie selbst nutzt beispielsweise keine Küchenwaage, sondern bleibt beim "Tassenprinzip" mit amerikanischem Cupmaß, allerdings sind die Zutaten in ihren backbaren Rezepten dann doch in Gramm angegeben - vermutlich, um dem backwütigen, urdeutschen Leser die Arbeit zu erleichtern ;)
Sophia hält sich nicht lange mit großen Reden auf, sondern kommt schnell zu den Rezepten, wobei jedem Kapitel eine Art Mini-Vorwort mit nützlichen Infos bzw. privaten Anekdoten vorausgeht: Dieses Intro fällt in den Kapiteln Powerfood, Huch, vegan!, Farben-, Fake- & Fun-Food und Süße Spielereien immer ganz individuell aus, sodass es wirklich Freude macht, diese kleine Einführung zu lesen.


2.) Die Rezepte
Die Rezepte sind durchweg nachvollziehbar beschrieben und verzichten auf allzu verrückte Zutaten. Bei etwas komplizierteren Gerichten wie den White Krauts (S. 20 - 23) wird dem Rezept etwas mehr Platz (in diesem Fall für eine Wickelanleitung für die perfekten Rouladen) gegeben, ansonsten teilen sich die Beschreibung und ein sehr ansprechendes Foto jeweils eine Doppelseite. Ich habe mich natürlich auch wieder an ein paar Rezepten versucht, so bspw. an dem Grünen Brot (S. 26), das dank dem farbegebenden Spinat nicht nur fancy aussieht, sondern auch eine extragesunde Alternative zu herkömmlichem Brot bietet. Absolut begeistert war ich von den selbstgemachten Süßkartoffel-Chips, die es zu der Karotten-Mandel-Suppe (S. 35) gab - die Suppe war zwar nach Rezept gekocht seeeeehr sämig, aber es ist ja einfach, eine Suppe zu verdünnen und Herr Fuchs (der fleißig mittesten durfte) war vom Geschmack vollends überzeugt. Mein Highlight war dagegen die Polenta-Gemüse-Pizza (S. 41): schon seit einer halben Ewigkeit wollte ich das Konzept "Polenta ersetzt Teig" einmal ausprobieren und die Version von Sophia landete nun schon mehrfach auf meinem Teller! Die Sweet Bean Brownies (S. 117) buk ich als glutenfreie Alternative für die Fastenzeit - allerdings hätten sie nach meinem Geschmack ordentlich mehr Zucker vertragen können, da man die Bohnen, auf deren Grundlage der Brownie gebacken wurde, schon seeeehr stark durchschmeckte.
Übrigens: Da Sophia einen glutenunverträglichen Freund bekochen darf/muss/soll, sind viele Rezepte glutenfrei oder weisen eine glutenfreie Alternative auf (bspw. Reismehl-Biskuit-Kekse als Ersatz für einen Biskuit für das Apfel-Zim-Tiramisu, S. 120).




3.) Fazit
Wer ein Kochbuch sucht, das vegane Küche mit einer großen Portion Herz und Humor verbindet, der ist hier genau richtig. Man merkt Sophia einfach in jedem Rezept und bei jedem Satz an, wieviel Freude ihr dieses Kochbuch gemacht haben muss. Das Buch eignet sich gewiss ebenso für Anfänger wie für Fortgeschrittene - am ehesten aber für Menschen, die Kochbücher nicht nur als Rezeptlieferanten sehen, sondern sich über authentische Gerichte und eine herzliche Stimmung freuen. Mit diesem Buch kann man sich nämlich ohne Weiteres auch einfach ein paar Stunden bei einer Tasse Tee vergnügen und in künftigem Kochvergnügen schwelgen. Sophias erfrischend-bezaubernde Art zu schreiben verleiht diesem Buch das gewisse Etwas - und da ich es genau wegen dieser Art schätze, möchte ich mit einem Zitat aus Sophias veganer Welt enden:

Betrunkener Welpe, der in eine Maracuja gestolpert ist
Der Name dieses Rezeptes ist albern, der Inhalt lecker und hochprozentig. Natürlich kann es auch vorkommen, dass der Welpe in eine Feige stolpert oder in ein paar Erdbeeren, er ist ziemlich tollpatschig und wenn er betrunken ist, verliert er sowieso gänzlich die Contenance...
(Sophias vegane Welt, S. 122)

Vielen Dank an den Verlag Edel Germany GmbH, der mir das Buch kostenfrei zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Kommentare:

  1. Huhu Frau Schulz,

    wieder mal ein toller Artikel von dir. Und ja, auch ich liebe dieses Buch sehr und koche gerne daraus. Finde es so herrlich farbenfroh und abwechslungsreich :)

    Viele liebe Grüße aus Köln,
    Björn

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  2. Ich bin ja eher so ein Kochbuch-Sammler.....eigentlich koche ich immer frei Schnauze und selten nach Rezept, aber ich liebe es, die Bücher durchzublättern und die Bilder zu bewundern. Und dieses Buch hier scheint genau nach meinem Gusto zu sein ;)

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