Sonntag, 19. April 2015

{Rezension} Lust auf vegan von Áine Carlin



1.) Die harten Fakten
Das Buch Lust auf vegan von Áine Carlin erschien im vergangenen Jahr im EMF-Verlag und landete kurz darauf in meiner Küche. Die Autorin verzichtet auf ein langes Vorwort oder die Gründe, warum man sich vegan ernähren soll/kann/muss/darf und startet direkt mit dem Rezeptteil, was mir entgegenkommt. Die Rezepte gliedert sie in Frühstück, Brunch & mehr, Mittagessen & schnelle Abendessen, Für besondere Anlässe, Beilagen und Soßen und Süße Leckereien.



2.) Die Rezepte
Jedes Rezept wird mit einem kleinen Text eingeleitet, in dem die Autorin etwas zur Geschichte des Gerichtes schreibt oder Zubereitungstipps gibt. Da nicht jedes Rezept bebildert ist, kann man sich unter manchen Sachen wie dem Chana Masala zunächst vielleicht wenig vorstellen - allerdings bleibt so natürlich auch mehr Spielraum für die eigene kreative Umsetzung und Präsentation. Gerade die Hauptgerichte leben von einer Vielfalt von Gewürzen, wobei die meisten in meiner Küche ohnehin zum Standard gehören. Auf allzu komplizierte Kapriolen wird verzichtet, was mir persönlich sehr entgegenkommt, da dieses Kochbuch für die Alltagsküche super funktioniert.
Viele der Gerichte sind indisch oder nahöstlich angehaucht (z.B. das Chana Masala oder der Marokkanische Kichererbseneintopf mit Safran-Couscous) wobei auch mediterrane Einflüsse spürbar sind (so bei den verschiedenen Risottos oder den Pizzavariationen).
Das Chana Masala (S. 61) habe ich bereits mehrfach gekocht und bin jedes Mal erneut über die aromatische Vielfalt der Gewürze erfreut - und es wurde auch beim Tag der offenen Tür im Tierheim als veganes Gericht angeboten und kam sehr gut an. Ebenfalls absolut großartig schmeckt das Kartoffel-Blumenkohl-Curry (S. 64), wobei beide Gerichte sich recht erfolgreich gegen schöne Fotos wehrten - da verstehe ich, dass beide zu den Rezepten gehören, die ohne Bild auskommen (müssen). Der geröstete Brokkoli (S. 120) ist dank einfacher Zutaten ein klassisches Feierabend-Essen und auch die Eingeweichten Haferflocken mit Kakao und Mandelbutter (S. 16) - hier getoppt mit bunten Zuckerherzen - zum Frühstück haben schon unter der Woche gut funktioniert. Absolutes Highlight war allerdings die Schäferinnenpastete mit Süßkartoffelkruste (S. 92) - ich verputzte tatsächlich die 4-Personen-Portion fast ganz allein!

Eingeweichte Haferflocken mit Kakao und Mandelbutter
Blumenkohlcurry mit Couscous und einem Klecks Sojajoghurt
Gerösteter Brokkoli

Schäferinnenpastete
Chana Masala

3.) Fazit

Das Kochbuch Lust auf vegan hält, was der Titel verspricht: die Rezepte machen tatsächlich Lust darauf, sie sofort nachzukochen - und wenn man die Gerichte dann isst, bekommt man eben ganz schnell Lust auf vegan ;)
Die Küche der Autorin kommt ohne den übermäßigen Gebrauch von Ersatzprodukten aus, was ich als sehr angenehm empfinde. Das Design und die Typographie sind sehr liebevoll gestaltet, sodass schon das bloße Durchblättern Lust auf mehr macht. Dass nicht alle Rezepte bebildert sind mag zunächst als kleiner Wehrmutstropfen erscheinen - vor allem, wenn man soooo gerne Bilder von Essen bewundert wie ich - dennoch ist das Buch so ansprechend gestaltet, dass ein durchweg positiver Eindruck bleibt.


Vielen Dank an den Edition M Fischer Verlag, der mir das Buch kostenfrei zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.

1 Kommentar: