Sonntag, 15. November 2015

{Sport} Mein erster Marathon (Frankfurt Marathon) - Teil II

Wer wissen will, wie es mir trainigstechnisch seit Mai erging, erfährt das in Teil I.


Anfang August zogen Herr Fuchs, die Katertiere, Keno und ich in ein verschlafenes Nest im vorderen Taunus. Dort lernte ich I. kennen, den ich zuvor nur vom Schreiben aus einer Laufgruppe bei Facebook gekannt hatte. Und schwupps, lief ich regelmäßig mit ihm.

Ich war wieder frohen Mutes und nach einem Monat gemeinsamen Trainings sah ich eine reelle Chance, den Marathon doch noch zu laufen. Wir nahmen gemeinsam an kleineren Laufveranstaltungen teil und ich wurde einmal bei einem Halbmarathon zweite in meiner Altersklasse (es nahmen allerdings auch nur 4 aus meiner AK teil ;) ) und einmal erste Frau bei einem 10-km-Lauf. Das motivierte mich ungemein, weiter zu trainieren!

Zugegeben: Ich schenkte mir die Traininsgpläne. Ich lief mit I. mit, wann immer es ging, lief einen 30km-Lauf alleine (und mit I. einen 32-km-Lauf), sparte mir Intervalltraining, Fahrtenspiele, etc. pp. Die Ausdauer musste verbessert werden, die Zeit war mir erstmal egal.

Irgendwann merkte ich, dass ich mich automatisch in der Zeit verbessert hatte. Laufen fiel mir plötzlich nicht mehr schwer, sondern es machte Spaß. Und manchmal sogar glücklich. Ich lief regelmäßig viermal wöchentlich, meist um die 50 km pro Woche. An manchen Tagen quälte ich mich in meine Laufschuhe, an anderen konnte ich es kaum erwarten, sie endlich anzuziehen. Glücklicherweise überwogen die guten Tage, sodass das Laufen schnell wieder zu dem festen Teil meines Alltags wurde, das es vor der zweimonatigen Verletzungspause eingenommen hatte.

In diesen Tagen und Wochen vor dem Marathon sprach ich oft mit meiner Tante. Sie lief jahrelang Marathon, oft mehrere im Jahr, und das, obwohl sie erst mit Ü40 das Laufen für sich entdeckte. Sie gab mir die Tipps, die mich schließlich durch den Marathon begleiten sollten:
Starte langsam!
Iss genug!
Trink genug!
Lauf DEIN Tempo!
Beschleunige frühestens ab Kilometer 30!

Kurz vor dem Event telefonierten wir noch einmal und sie sagte:
"Frau Schulz, ich laufe ab Kilometer 30 mit dir!"
Ich wusste, was sie meinte: Sie würde ab Kilometer 30 im Internet verfolgen, wie ich laufe. Wo ich gerade bin. Und in Gedanken und im Herzen ganz nah bei mir sein.

Am Tag vor dem Marathon war ich mit I. und einem weiteren Läufer (und gefühlt 10.000 weiteren Sportlern) auf der großen Marathon-Messe in Frankfurt. Wir holten unsere Startunterlagen ab, shoppten ein bisschen Läuferkram und ließen uns von der Stimmung anstecken.

Nachmittags fuhren wir wieder gen Heimat und ich verschlang abends guten Gewissens einen riesigen Teller Nudeln. Ok, es waren drei riesige Teller Nudeln! Dazu gab es meine liebste "Ich-bin-zu-faul-selbst-eine-Tomatensauce-zu-kochen"-Sauce, eine warme Katze auf dem Bauch und "Schlag den Raab" im Fernsehen.


Wie der große Tag schließlich gelingt, erfahrt ihr kommende Woche in Teil III.

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