Sonntag, 29. November 2015

{Sport} Mein erster Marathon (Frankfurt Marathon) - Teil IV

Wie es mir seit meinem letzten Halbmarathon erging, erfahrt ihr in Teil I. 
In Teil II habe ich über mein Training berichtet und in Teil III lest ihr, wie es mir die ersten 35 km ging.

Auf der Strecke ab Kilometer 25 überholte ich immer wieder Läufer, die die goldene Regel meiner Tante scheinbar nicht befolgt hatten (Starte langsam!). Wer zu schnell gestartet war, wurde ab Kilometer 20/25 deutlich langsamer und musste streckenweise gehen oder manchmal sogar abbrechen.

Für mich waren die "Geher" auf der Distanz zwischen Kilometer 30 und 35 eine große Herausforderung: Ich konnte sie so gut verstehen und wäre nur allzugerne stehen geblieben oder auch gegangen! Doch ich hatte Angst, dass ich dann nicht mehr hätte weiterlaufen können - und so lief ich weiter, fraß Meter um Meter, Kilometer um Kilometer. Und hatte stets meine Tante bei mir.

In den quälenden Minuten auf dem Frankfurter Asphalt, in denen ich zweifelte, ob ich die 42 km wirklich schaffen kann, war sie an meiner Seite. Wann immer ich ans Aufgeben dachte, sah ich sie vor mir: groß, schlank, sportlich, viel zu bescheiden und immer motivierend.

Und ich gab nicht auf. Ich lief weiter und ließ irgendwann auch den älteren Mann, der mich 5km gezogen hatte, hinter mir. Kilometer 36 flog an mir vorbei und plötzlich waren meine Schmerzen weg. Langsam beschleunigte ich wieder und fand in mein Wohlfühltempo zurück. Bei Kilometer 40 musste ich ärgerlicherweise noch einmal auf eine Toilette (Trink genug!), war danach aber in der Lage, die letzten beiden Kilometer mit einem Schnitt von 05:35 min./km zu laufen!

Ich flog nur so durch die Frankfurter Innenstadt, immer vorwärts, immer weiter! Näher und näher kam die Frankfurter Festhalle und bei Kilometer 41 konnte ich sogar noch Daniel und Kathrin, die den Blog bevegt betreiben, ein drittes Mal an diesem Tage entdecken und ihnen zuwinken.

Kurz vor dem Ziel entdeckte ich mein Geschwisterkind, das extra für mich nach Frankfurt gekommen war, um meinen Zieleinlauf zu erleben - das war ein tolles Gefühl!

Ins Ziel lief ich mit Tränen in den Augen und meiner Tante gedanklich an der Hand.

Ich habe es geschafft.
Ich bin innerhalb von 13 Monaten vom absoluten Laufanfänger zum Marathon-Finisher geworden!


Was ich aus meinem ersten Marathon gelernt habe, lest ihr im letzten Teil der Serie.

1 Kommentar:

  1. Herzlichen Glückwunsch liebe Frau Schulz zu dieser grandiosen Leistung! Ich bin schwer beeindruckt.

    Liebe Grüße vom GemüseBiest

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